Sonntag, 26. Januar 2014

Frankreich 2013

Im September haben Rino und ich uns aufgemacht um nach Frankreich zu reisen. Das sollte natürlich keine normale Sightseeing Tour werden. Wir haben uns vorgenommen in den fünf Tagen, die wir für Frankreich eingeplant hatten, hart und beständig, möglichst jeden Tag zu trainieren. Wir wollten die Old School Spots von Évry und Lisses entdecken und vielleicht sogar auch mit anderen Traceuren vor Ort zusammen trainieren.

Nach einer eher dürftigen Planungszeit von nur ein paar Tagen, fand ich im Internet ein Fernbusunternehmen von Eurolines, mit dem wir anscheinend recht günstig von Hannover direkt nach Paris kommen könnten. Ich reservierte uns, zwei Tage vor Abreise ein paar Plätze für eine Nachtfahrt und dann stand dem Start auch schon nichts mehr in Wege.

Am 05.09. ging es dann los. Am späten Abend gingen Rino und ich mit unserem Reisegepäck, was wir uns für den kleinen Trip noch schnell zusammen gesucht hatten, gemeinsam zum Busbahnhof von Hannover. Um 22:30 Uhr sollte der Bus ankommen, mit dem wir auf direkten Weg über die Nacht hinweg, nach Paris fahren sollten.

Wir warteten und warteten doch es kam einfach kein Bus. Die Informationsschalter am Bahnhof hatten bereits alle geschlossen und eine Servicenummer wurde nirgendwo ausgeschrieben.

Nach einer sehr langen Wartezeit, wir wollten schon fast wieder nach Hause gehen, kam dann endlich der Reisebus an. Der Bus kam aus Berlin und hatte über eine Stunde Verspätung. Er war auch ohne uns schon fast, bis auf den letzten Platz, voll mit Passagieren. Ich stellte mich mental schon mal auf eine lange Nacht ein.

Nachdem Rino und ich weit abseits von einander noch ein paar, freie Plätze gefunden hatten, ging die Fahrt endlich los.

Die Stimmung im Bus war merkwürdig angespannt und die Menschen sehr ungeduldig. Aus allen Ecken konnte man Gespräche über Alltagssorgen und Wunschträume vernehmen. Mir schlug die Zeit im Bus schon nach wenigen Minuten enorm aufs Gemüt und ich wollte am liebsten aus dem Fenster springen.

Nach einer Stunde Fahrt, machten wir den ersten Halt. Ich staunte nicht schlecht, als ich ein Ortsschild vor der A2 zu Gesicht bekam. "Sie verlassen nun Garbsen". Ich habe jetzt beinahe die Krise bekommen und musste mich, auf die Tatsache, dass wir nach einer Stunde, erst ein paar Kilometer Fahrt geschafft hatten, mit einem kleinen Spaziergang durch die Nacht ablenken.

Ich habe es im Gegensatz zu Rino geschafft, irgendwie einzuschlafen und bekam von der restlichen Nacht glücklicherweise nichts mehr mit.

Es schien nach all den bisherigen Erlebnissen im Bus unglaublich, doch wir sind pünktlich, morgens in Paris angekommen. 

Ein wenig gerädert von der Fahrt machten wir uns auf, zu einem Informationsschalter. Schnell mussten wir feststellen, dass fast keiner der anwesenden Mitarbeiter von der Metro ausreichende Englischkentnisse hatte, doch letzten Endes konnten wir doch jemanden finden, der uns weiter helfen konnte.

Nachdem wir, nach über einer Stunde, dass Schienennetz der Metro begriffen hatten und wir endlich beim Regio Zug angelangt sind, tat sich auch schon das nächste Problem auf. Das Regio Schienensystem schien noch um einiges komplexer zu sein, als dass der Metro Bahn.

Dennoch haben wir irgendwie den richtigen Zug erwischt und waren dann auch schon, nach einer guten halben Stunde Fahrt in der Vorstadt Evry Courcouronnes angelangt.

Wir versuchten unser Glück als Erstes beim, bei den Traceuren allseits beliebten, Hotel F1. Glücklicherweise schien, zu dem Zeitpunkt, nicht sehr viel im Hotel los gewesen zu sein und wir bekamen ruck zuck ein günstiges, kleines Doppelzimmer von einer freundlichen Hoteldame.

Um die Türen zu den Zimmer zu öffnen, benötigte man im Hotel F1 einen Schlüsselcode. Wir hatten natürlich das Pech und haben ein Zimmer mit einer defekten Tür bekommen und mussten nun beinahe jedes Mal, wenn wir ins Hotelzimmer zurück wollten, zuerst einmal vorne an der Rezeption nachfragen, damit uns jemand die Tür aufmachte.

Das Zimmer war wirklich sehr spartanisch ausgestattet und hatte lediglich Platz für die zwei Betten, ein Waschbecken und eine kleine Garderobe für unsere Jacken.

Nachdem Rino und ich uns im Zimmer eingerichtet hatten, ging es zurück in die Innenstadt von Évry um ein paar Nahrungsmittel zu kaufen. Wir mussten eine geschlagene Stunde suchen, bis wir endlich einen Laden in einem Einkaufszentrum namens Carrefour gefunden hatten. Es gab anscheinend nur diesen einen Laden in ganz Évry um Speisen und Getränke zu kaufen. Und dieser wurde streng von Sicherheitspersonal bewacht!

Um in das Geschäft herein zu kommen wurden unsere Rucksäcke mit Plastikbindern von der Security abgeschlossen. Diebstahlsicher, wie wir jetzt waren durften wir endlich einkaufen gehen.

Obst, Gemüse und Fleisch war hier, je nach Sorte, gut um das doppelte bis sogar dreifache teurer, als es in Deutschland der Fall war. Dafür gab es Süßigkeiten und Fast Food im Überfluss. Die Verpackung waren obendrein auch noch immens viel größer als in Deutschland. Kilo Rationen Kinderschokolade. Milchbrötchen in 30er Packungen und noch vieles, vieles mehr. Es schien, als würde man hier geradezu gezwungen werden, ungesund zu Leben.

Als wir unseren Einkauf getätigt hatten, ging es dann auch schon wieder zurück ins Hotel und dort angekommen auch schon gleich ins Bett.

Nach unglaublichen 12 Stunden Schlaf sind Rino und ich, um 8 Uhr in der Früh aufgestanden.

Nachdem wir mit ein paar Cornflakes gefrühstückt hatten, schnappten wir uns unsere Rucksäcke und gingen endlich raus zum trainieren. Deswegen waren wir ja auch schließlich hier.

Es war noch immer etwas nass, vom Vortag, doch war das Klima an sich sehr angenehm und erfrischend.

Natürlich hat uns unser erster Weg zur Dame du Lac geführt! Die Augen wurden immer größer als wir uns der Dame immer mehr näherten. Von weiter weg, sah Sie wirklich recht klein und unspektakulär aus, doch als man dann doch endlich live davor stand, war sie einfach nur ehrfürchtig, beinahe schon, in meinen Augen, angsteinflössend.



Wir wärmten uns auf und dann konnte das Training beginnen. Ich hatte mir schon zu Hause mehrere Challenges überlegt, die ich auf jeden Fall an der Dame du Lac durchziehen wollte. Als da wären zum Beispiel natürlich überhaupt erst mal auf das gute Gebilde drauf zu kommen. Zuerst von links, dann von rechts und letztlich durch das Loch in der Mitte. Das Loch in der Mitte war mir etwas zu riskant, da es schon einiges an Klettererfahrung Bedarf um dort hoch zu kraxeln. Diese Klettererfahrung hatte ich noch nicht, wie es mir schien. Aber auch ein paar Präzis hatte ich mir vor der Reise vorgenommen. Sprung von der ersten und zweiten, schrägen Plattform auf die erste Ebene, den Schornsteinsprung oder den legendären Tic Tac weiter unten an der Dame.








Wir hatten wirklich eine schöne Zeit, doch irgendwann musste es auch letztlich wieder zurück zum Hotel gehen. Wir wollten nämlich noch unbedingt in die Stadt um noch einmal ein paar Kleinigkeiten einzukaufen, die wir am Vortag vergessen hatten.


Als wir aus der Stadt wieder zurück beim Hotel waren, wurde es auch schon dunkel und wir machten uns bettfertig, um am Folgetag noch einmal möglichst früh los zu tigern.

Nach wieder einmal 12 Stunden Schlaf (Rino und ich wussten wirklich nicht was mit uns los war) spartanisch mit, wer hätte es gedacht, Cornflakes gefrühstückt und zur Dame du Lac gejoggt.

Der heutige Tag, sollte ein ganz besonderer werden. Inspiriert durch die Animal Walk Challenge, die Luke, Steffen und Fabi bei ihrer Frankreich Reise, an der Dame du Lac vollbrachten, wollten wir es Ihnen so gut es ginge, nacheifern.

Ziel war es nun also einmal um den See, der die Dame du Lac umgab, im Animal Walk, zu umqueren. Das Wetter war mal wieder perfekt. Das Gras nun komplett trocken und das Klima wunderbar kühlend. Ideale Bedingungen also für die Challenge.

Die ersten zehn Minuten auf allen Vieren verliefen wunderbar. Mit gutem Tempo kamen wir Schritt für Schritt voran. Doch schon nach gut einem Viertel der Strecke, die wir bis dato zurückgelegt hatten, fing so langsam an sich die Muskulatur im gesamten Körper zu versteifen und ab dem Zeitpunkt ging es nur noch schleppend voran. Doch wir hielten weiterhin tapfer durch.

Auf gut der Hälfte der Strecke wurde ich von einer aggressiven Wespe zwei mal in den Mundwinkel und einmal in den Oberkörper gebissen. Mein Mund brennte wie Feuer und ich musste kurz pausieren.

Nachdem ich mir ein paar Minuten Pause genommen hatte, versuchte ich so gut es ging, Rino aufzuholen, der seinen Weg ohne mich fortgesetzt hatte.

Im letzten Viertel wurde es zu einer wahren Tortur. Mittlerweile hatte ich mir ein paar meiner Zehen aufgerissen, als ich über einen Kiesbett lief.

Nach guten eineinhalb Stunden kam ich endlich wieder an der Dame du Lac an. Rino hat dort bereits auf mich gewartet.

Ich fühlte mich von Kopf bis Fuß wie matsch. Mein Oberkörper zitterte und meine Füße brannten.

Wir nahmen uns noch kurz die Zeit um zu entspannen, aber dann ging es auch schon wieder zum Hotel F1 zurück.

Später am Tag sind wir noch auf Erkundungstour, in den Ort Corbeil-Essonnes, zu Mc Donalds gegangen, da wir unbedingt etwas warmes in den Bauch bekommen wollten. Ausser ein paar Fastfood Buden in der Stadt, hatten wir leider nichts gefunden, wo wir hätten anderweitig essen können.

Wir aßen ein paar Cheeseburger sowie versalzene Pommes zu unverschämten Preisen. (Cheeseburger, 1,95€) Aber absolut geflashed hat uns die Tatsache, dass man in der Filiale keine eigenen Getränke trinken durfte. Das war einem großen Verbotsschild zu entnehmen.

Zum Abend hin ging es zurück ins Hotel. Dort konnten wir endlich unsere knurrenden Mägen mit den Resten unseres Einkaufs von Carrefour versorgen. Den Abend über haben wir nichts weiter gemacht und sind wieder mal früh schlafen gegangen.

Am Folgetag wurden Rino und ich durch einen strömenden Regenguss geweckt. Als wir aus dem Fenster schauten, war bereits alles klitschnass.

Mich plagte am morgen der Wespenbiss, den ich mir bei der Animal Walk Challenge zugezogen hatte. Meine Unterlippe war noch immer angeschwollen und schmerzte.


Nachdem sich der Regen endlich nach einer guten Stunde des Wartens legte, gingen wir noch einmal nach Corbeil-Essonnes um nach einem Super Markt zu suchen. Auch endlich mal etwas anständiges zu Essen wollten wir uns genehmigen.


Als wir in der Stadt ankamen, fing der Regen plötzlich wieder an, auf uns nieder zu prasseln. Wir stellten uns erst einmal unter das Dach einer Bushaltestelle um nicht all zu nass zu werden.


Während sich der Regen wieder zu beruhigen schien, liefen wir weiter die Hauptstraße des Ortes entlang.

Wir fanden in der gesamten Stadt ganze fünf Lokalitäten. Drei Döner- sowie zwei Burgerläden. Ein Lebensmittelgeschäft gab es anscheinend auch hier nicht.

Die Laune war nun irgendwie auf dem Tiefpunkt angekommen, nachdem wir weit über vier Stunden umsonst, nach eigentlich alltäglichen Dingen gesucht hatten, die man in Deutschland an beinahe jeder Straßenecke findet.

Wir Beiden wollten so schnell es ginge zurückfahren um wenigstens noch ein bisschen vom Tag zu haben. Rino und entschieden uns dafür, den örtlichen Bus zu nehmen.

Vergeblich warteten wir über eine dreiviertel Stunde auf einen Bus, der nie eintreffen sollte.

Es ging also wieder zu Fuß zurück. Auf halben Wege fing es dann auch wieder, wie nicht anders zu erwarten, zu regnen an. Wir stellten uns nochmals in unserer Not unter eine Bushaltestelle, die wir auf dem Weg nach Hause fanden und mussten noch einmal eine halbe Stunde warten, bis wir endlich den finalen Spurt zurück ins Hotel einlegten.



Mittlerweile fing es schon fast zu dämmern an, doch wir wollten unbedingt nochmal trainieren gehen. Für einen Marsch ins Ungewisse hatten wir wirklich keine Zeit mehr, drum entschieden Rino und ich uns dafür, dass wir noch ein wenig unseren Spaß an der Dame du Lac hatten.





Am Folgetag stand dann leider auch schon die Abreise auf dem Plan.

Nachdem wir unsere Sachen gepackt und wir aus dem Hotel F1 ausgecheckt hatten, gingen wir zurück zum Bahnhof von Évry und fuhren zurück in die Innenstadt von Paris.

Es war zu dem Zeitpunkt wohl Rush Hour, denn der Zug war masslos überfüllt mit Menschen. Wir waren froh als wir dann endlich in Paris, am Gare de Lyon, angekommen waren und aus dem Zug aussteigen konnten.

Rino und ich wollten unbedingt als erstes den Eiffelturm erklimmen. Dort waren wir nämlich beide noch nicht drauf. Wir gingen den Weg vom Bahnhof an der Seine entlang, bis wir am Eiffelturm ankamen. Unterwegs lernten wir die kunstvolle Architektur Frankreichs ein bisschen besser kennen.




Am Eiffelturm angekommen mussten wir erst einmal, obwohl es mitten in der Woche war, gut eine halbe Stunde anstehen um uns, an dem Kartenschalter, ein paar Tickets kaufen zu können.


Für jeweils 3,50€ durften wir dann den Treppenaufstieg, auf die Aussichtsplattformen machen.





Wer in Paris Urlaub machen will, sollte einiges an Geld einplanen. Gerade in der City stehen Geschäft an Geschäft, die zum Einkaufen locken wollen. Schnell ist da, bei den horrenden Stadtpreisen, die Brieftasche leer.

Als wir wieder unten waren, genehmigten wir uns ein mickriges Stück Baguette, mit zwei Scheiben Camembert drauf, für je 8€.

Nach noch ein wenig Sightseeing in, und um Paris, sind wir dann geplättet am späten Abend zurück zum Bus Terminal gegangen.

Die Rückfahrt war wesentlich angenehmer als die Hinfahrt. Ich konnte sehr viel besser schlafen, da ich diesmal ein Fensterplatz erwischt hatte. Rino hat die Nacht wiedermal kein Auge zu bekommen und hat die Nacht durch gemacht.

Mitten in der Nacht sind wir Beide dann müde und geschafft, wieder in Hannover angekommen.

Fazit des Ganzen. Mir hat es nicht so gut gefallen, dass es in Évry kaum Einkaufsmöglichkeiten gegeben hat. Auch die Tatsache, dass kaum jemand englisch bzw. deutsch sprechen konnte, machte das reisen sehr viel komplizierter.

Mit dem Hotel waren wir auch nicht so richtig zufrieden, doch das ist reine Ansichtssache. Im Hotel F1 kann man leider kein "richtiges" Frühstück zu den Zimmern dazu buchen, was wirklich bedauerlich ist, wenn man sich so weit entfernt vom Schuss befindet.

Außerdem kann ich niemanden empfehlen, mit einem Reisebus, eine so lange Strecke zu fahren. Entweder sollte man sich um einen günstigen Flieger bemühen oder mit der Bahn fahren. Beide Methoden sind mit Sicherheit stressfreier als unsere Busfahrt mit Eurolines.

DENNOCH hat sich der Trip sehr gelohnt. Wir konnten eine Menge Erfahrung aus unserem kleinen Ausflug mitnehmen. Gerade die Zeit an und um der Dame du Lac hat uns vieles gezeigt, woran wir trainingstechnisch noch arbeiten können. Schade, das wir es, wettertechnischen nicht mehr geschafft hatten, die Schule zu besuchen. Doch dafür haben wir andere Sachen gesehen, die vielleicht noch etwas unentdeckter gewesen waren.

Auf jeden Fall würde ich mich über eine weitere Reise nach Frankreich, mit besserem Wetterbedingungen und vielleicht ein paar mehr Leuten zukünftig sehr freuen.

- Dome

Montag, 13. Januar 2014

Thailand 2013 (2/2)

It just hurts a lot, lol - 01.08.
1000: Nachdem wir ungewohnt spät aufgestanden sind, frühstückten Sascha, Morti und ich mit einem kleinen Kätzchen, das uns, als wir die Tür zum lüften aufgemacht hatten, munter entgegen sprang. Eine gute Stunde spielten wir mit der Katze im Haus und alberten noch ein wenig in den Betten herum. Also womit könnte man einen Blogeintrag besser beginnen als ein paar Katzenfotos zur Schau zu stellen. Viel Spaß!



 1130: Wie am Vortag schon besprochen mieteten wir uns von Hotel aus drei Motoroller um damit die Insel zu erkundschaften. Was ich vielleicht noch erwähnen sollte ist, dass ich zu dem Zeitpunkt keinerlei Führerschein hatte. In Thailand ist dies aber in den meisten Fällen kein Problem, da die thailändische Polizei meist ein Auge zudrückt, habe ich gelesen. Und auch wenn es hart auf hart kommt, nur ein kleineres Bußgeld auf den Betroffenen wartet. Um einen Roller vom Hotel aus mieten zu können, mussten wir unsere Reisepässe bei dem Rezeptionist abgeben. Nach einer kurzen Einweisung ging es dann auch los. Um das Fahrgefühl zu verinnerlichen brauchte es nicht lang und dann konnte ich mit Morten und Sascha auch schon fahrerisch mithalten. Unser erstes Ziel war wieder einmal der View Point der Insel, der auf einem erhöhten Berg anlag. Es hatte über Nacht sehr stark geregnet und die Straßen waren dem entsprechend rutschig. Ich musste natürlich zeigen was ich konnte und habe mich auf halber Strecke zum Ziel mit 70 Sachen erstmal schön lang gepackt. Morti, der zu dem Zeitpunkt hinter mir fuhr, meinte das ich gute 50 Meter auf dem Asphalt mit der Maschine gerutscht bin. Das hat sich auch so angefühlt! Ich bin auf dem Asphalt sitzend, eine gerade Straße entlang geschliddert und dachte mir in der Zeit nur: "So langsam könntest du jetzt aber mal stoppen"! Nach gefühlten fünf Sekunden der Rutschpartie kamen ich und die Maschine zum Stillstand. Der Roller zog etwas nach links ab und landete abseits der Straße im Gras. Ich bin schon auf dem Asphalt zum Halt gekommen. Verblüffenderweise hatte mein Körper bis auf einer kleinen Schramme auf dem Handrücken, wobei ich nicht wusste, wie diese dahin gelangt ist, keinen weiteren Schaden zu vermelden. Meine Badehose war an einem Hosenbeinende etwas eingerissen, aber das war es dann auch schon. Der Regen, könnte man sagen, war also Segen und Fluch zugleich. Den Roller hat es jedoch bei dem Sturz, etwas härter erwischt. Was sofort auffiel war, dass er übersät war von Dreck und Gras, welches sich in den Ecken und Kanten verfangen hatte. Bei genauerem Betrachten fiel dann leider auf, das ein Bremshebel etwas verbogen war. Das größte Maleure waren die Lackkratzer auf der Seite, auf dem die Maschine die Straße entlang schlitterte. Der Motorroller an sich lief noch immer 1A. Nachdem wir den Roller zurück auf die Straße geschoben haben und Ihn etwas sauber gemacht hatten, setzten wir unseren Weg zum View Point fort. Ich fuhr jetzt etwas vorsichtiger und sehr versteift im Oberkörper. Es fiel mir nach dem Sturzerlebnis etwas schwer mit Sascha und Morten mitzuhalten, aber irgendwie kamen wir dann doch gemeinsam an der Spitze des Berges an. Am View Point war ein hübsches Restaurant von wo man einen wunderschönen Ausblick auf ein kleines Dschungelgebiet hatte. Als wir das Restaurant betraten fing es sofort danach in Strömen an zu regnen. Wir ließen uns davon nicht unterkriegen und bestellten uns ein Mittagessen. Ich aß eine kleine Portion Spaghetti Carbonara. Nudeln waren sehr teuer in Thailand aber auf Reis hatte ich nun wirklich keine Lust mehr. Und viel mehr stand sonst nicht mehr auf der Speisekarte zur Auswahl. Das musste also fürs Erste genügen. Als der Regen sich gelegt hatte, sattelten wir unsere metallenen Rösser und brachen wieder auf. Wir wollten die Insel noch weiter erkunden und fuhren den Berg auf der gegenüberliegenden Seite von der wir gekommen waren wieder herunter. Nach kurzer Zeit fing es plötzlich wieder in Strömen an zu regnen. Das Regenwasser war sehr frisch und kältete unsere Körper durch den Fahrtwind nur noch mehr. Wir hielten an einer abgelegenen Fischfarm an, um uns ein wenig die Beine zu vertreten. Sascha stach eine einsame Insel ins Auge, die etwa 700-800 Meter von der Küste entfernt lag. Er wollte gerne dort hinüber, worauf hin wir einen Weg zur Küste suchten. Wir schlossen unsere Roller ab und gingen hinunter zum Wasser. Der Weg den wir uns aussuchten, war geebnet von scharfen, rutschigen Felsen, wie ich es noch nicht erlebt hatte. Wie Rasierklingen bohrten sie sich an manchen Stellen in mein Schuhwerk. Zum Glück war wenigstens der Himmel uns gnädig und wir blieben vom Regen halbwegs verschont auf der Tour. Nach gut einem halben Kilometer Felsmarsch entschlossen wir, uns zwischen den spitzen Felsen, ins Meer hinunter zu lassen. Allein ins Wasser zu gelangen stellte sich als wahre Tortur heraus. Dadurch dass das Meer sehr unruhig war, konnten wir zu allem Übel den Grund des Meeres nicht sehen und mussten uns unseren Weg durch das scharfkantige Felsgebiet mit den Füßen ertasten. Man wollte am liebsten umkehren, doch das ließ der Abenteuerdrang nicht zu. Es vergingen gut 20 Minuten bis Sascha, Morten und ich das Meerstück durchschwommen hatten. Es schien sich eine neue, noch viel größere Hürde anzubahnen. Der Wellengang wurde stärker und die Wellen preschten vor die Bucht der kleinen Insel. Sascha war etwa 50 Meter voraus geschwommen und kurzzeitig konnten wir ihn nicht mehr sehen. Wir dachten in den ersten Sekunden, dass er auf das Riff aufgeschlagen sei, jedoch durften wir diesen Gedanken schnell wieder ausblenden, als wir ihn sahen, wie er die Steinwand zur Insel hochkraxelte. Sascha hatte es also geschafft und wir mussten dort nun auch hoch. Ich versuchte mein Glück an etwa der gleichen Stelle wie Sascha, jedoch war das wohl der größte, meiner Fehler auf der gesamten Reise. Zu allererst schwamm ich an die Felsenwand heran und es schien als ob die Wellen nun noch härter hämmerten. Mich schlug es nichts ahnend um, und ich stieß mir den Musikantenknochen an einem der Felsen des Meeresgrundes. Nun war ich komplett aus dem Gleichgewicht geraten und mein Arm schmerzte. Ich versuchte mich an einem Felsen festzukrallen, jedoch kam auch schon die nächste Welle, die mich noch ein zweites Mal umwarf. Ich machte im Wasser einen Purzelbaum und schlug zwei mal mit dem Rücken auf einen scharfkantigen Felsen auf. Beim zweiten Aufprall spürte ich wie sich eine Steinspitze in mein Rücken regelrecht reinbohrte. Ich tauchte wieder auf und fand nun endlich etwas Halt am Gestein. Nach ein paar weiteren Wellenstößen schien sich das Meer wieder zu beruhigen und ich ergriff die Chance und erklimmte die rutschige Felswand in Richtung Sascha. Die größte Wunde am Rücken blutete recht stark, war aber anscheinend nur oberflächlich und nicht sehr tief. Ferner konnte ich acht weitere Wunden zählen. Vier auf dem Rücken, jeweils eine am Ellbogen und Musikantenknochen, ein Abschürfung am Unterarm und ein sehr langer Kratzer auf der Handfläche der nicht ungenannt bleiben soll. Morten schwamm noch ein Stück weiter um die Insel herum und konnte damit den starken Wellengang entgehen. Nachdem wir Drei, wieder Boden unter den Füßen hatten, gingen wir auf Erkundungstour. Es war wie schon von der anderen Seite des Meeres aus erkennbar, eine sehr kleine Insel, auf der kein Mensch lange überleben konnte. Die Insel war umgeben von Riffen. Wir versuchten auf den rutschigen Felsen das Eiland zu umrunden, doch gelang es uns nicht. Schon auf der Hälfte unseres eigen gebahnten Weges mussten wir es aufgeben. Wir waren dennoch ein gutes Stück höher gekommen und konnten auf der anderen Seite der Insel, offen auf das Meer hinaus schauen. Unter uns peitschten riesige Wellen gegen die Insel. Man konnte die Wucht des Aufpralls förmlich unter den Füßen spüren. Morti und ich machten für eine Weile Rast und beobachteten die Wellen weiter. Sascha machte sich derweil auf, die Insel noch ein weiteres Stück zur Spitze, hinauf zu klettern.  Bis auf Gestrüpp und ein paar kleineren Bäumen war dort oben jedoch nichts. Der Ausblick war immer noch phänomenal, wie die Wellen gegen die Insel hämmerten. Einmal wurden wir sogar vom Spritzwasser einer Welle getroffen, obwohl wir in weit über fünf Metern Höhe waren. Gott sei es gedankt das wir auf dem Rückweg von der Insel einen seichten Wasserpfad erspähten, über den wir zurück auf das Festland kamen. Nach einer weiteren, längeren Tour durch den strömenden Regen mit dem Roller, sind wir dann endlich wieder zu Hause angekommen. Ich konnte an dem Tag eigentlich froh sein, dass ich noch lebte, trotzdem bedrückte es mich doch etwas, dass ich für die Reparatur des Rollers wohl aufkommen müsse. Aber es ist ja nur materielles Gut, dachte ich mir. Dafür habe ich ein paar tolle, wenn auch schmerzliche Erfahrungen aus diesem Tag mitnehmen können.
1730: Nachdem wir eine Weile im Bungalow entspannt hatten, machten wir uns auf den Weg um etwas in die Mägen zu bekommen. Natürlich gingen wir, wie am Vortag auch zu der Frau mit Kind um Sie als Kunden, finanziell zu unterstützen. Diesmal war sogar ihr Mann da um uns als Koch zu bewirten. Es war einfach angenehm dort zu sein und die Speisekarte rauf und runter zu bestellen. Das kleine Hüttenrestaurant hatte wie beim letzten Mal auch ein sehr schönes Ambiente. Ein Origami-Schwann schmückte unseren Tisch und in den Ecken standen Bücher aus verschiedenen Ländern. Der Regen prasselte auf das Häuschen drauf und tröpfelte am Bambusdach hinunter. Es war in dem Moment wie Musik. Als wir aufgegessen hatten bin ich zum Pool herunter gegangen um mich ein wenig zu dehnen. Sascha und Morten füllten derweil meinen wasserdichten Packsack mit Regenwasser von unserer Regenrinne auf. Gute fünf Liter hatten die Beiden sammeln können. "Yeah! Endlich keine Sorgen mehr um Trinkwasser machen", dachte ich mir, als ich von meiner Dehnstunde zurück kam. Morten, Sascha und ich machten uns neben "Sally up and down" eine weitere Challenge und sagten uns das wir auf Lanta nur von Regenwasser überleben dürften. Kitty half uns bei der Herausforderung und bewachte derweil unser Trinkwasser.
2100: Abends genossen wir ein paar Scheiben Toast und Bananen und dann ging es auch endlich ins Bett. Meine Rückenwunde war durch die heilende Wirkung des Meeres, größtenteils zwar schon wieder verheilt, jedoch musste ich dennoch mit einem Handtuch im Bett schlafen um das saubere Laken nicht zu beschmutzen.

Die Abrechnung - 02.08.
1015: Auch an diesem Tag nahmen wir uns die Zeit und haben wieder einmal bis kurz nach Zehn ausgeschlafen. Draussen tobte ein Sturm und das Dach hatte wohl in der Nacht etwas Schaden davon getragen. Es tröpfelte an manchen Stellen in unserem Bungalow hinein.
12:30: Ich habe mich aufgemacht, um die drei Roller abzugeben, die wir uns am Vortag gemietet hatten. Nachdem ich der Rezeption mitteilte, das ich mit dem Roller gestürzt bin, hat die junge Rezeptionistin einen Gutachter angefordert, der ungefähr 45 Minuten später in der Hotelanlage eintraf. Nach langem Hin und Her zwischen dem indischen Gutachter und der Hotelleitung einigten sich alle Betroffenen auf eine Summe von umgerechnet 125€. Ich konnte glücklich sein, dass der Schadensprüfer aus irgend einem Grund auf meiner Seite war. Die Frau wollte anfangs nämlich knapp 190€ für die entstandenen Lackschaden, sowie der verbogenen Bremsschaltung. Nachdem ich bezahlt hatte, habe ich die Pässe von und Drei zurück bekommen und bin wieder zurück zum Bungalow gegangen.
1330: Nun war es an der Zeit endlich etwas zu Essen, deshalb machten Morten, Sascha und ich und auf den Weg, wie sollte es auch anders sein, zu unserer Stammlokalität, die der freundlichen Familie gehörte. Es goss immer noch in Strömen und nachdem wir wieder fertig mit essen waren, machten wir uns auf den Weg zurück nach Hause. Der Tag entwickelte sich zu einem wahren Chill Out.
1800: Am Abend waren wir zwar noch eine schlechte Pizza essen, aber viel mehr passierte an diesem Tag auch nicht mehr. Damit war die kleine Regenwasser-Challenge auch endlich beendet. Ich freute mich schon auf eine eiskalte Coca Cola auf Ko Phi Phi, unserem nächsten Zielort.

Back to Phi Phi - 03.08.
0630: Zum ersten mal in Thailand richtig müde aufgestanden. Dennoch war das ein Tag auf den ich mich sehr freute, es ging nämlich endlich zurück auf die Insel Ko Phi Phi. Das wir noch einmal auf P.P. zurück kehren würden, war schon lange beschlossene Sache.
0800: Es begann alles etwas stressig zu werden. Aber irgendwie schafften wir es doch rechtzeitig um 8 Uhr vor dem Bungalow zu stehen. Ein Van sollte uns abholen, jedoch hatte dieser massive Verspätung. Morti und ich vertrieben uns die Zeit um noch ein wenig durch die Anlage zu stöbern. Wir fanden einen leeren Pool, in dem Frösche und man staune, sogar ein Skorpion gefangen war. Endlich kam nun der Van mit einer knappen, halben Stunde Verspätung der uns zum Schiff brachte. Das Meer tobte und wir machten es uns direkt am vordersten Bug des Aussendecks bequem. Es war eine wahnsinniges Auf- und Abschaukeln während der Fahrt und ich musste auf halber Strecke unter Deck gehen, da mir sehr schwindelig wurde. Aber nun waren, wir endlich wieder auf Ko Phi Phi, worauf ich mich schon die letzten Tage besonders freute. Vor Ort, am Pier konnte man sich über Aushänge Hotels auf eigene Faust suchen. Dennoch nahmen wir die Hilfe von einem der Touristenleiter entgegen, der uns ein super günstiges Hotel für die kommenden Nächte organisierte. Umgerechnet, nicht einmal 1,70€ pro Person kostete uns die Übernachtung für jede Nacht im Hotel Harmony House, welches mitten in der Stadt lag. Das bestätigte uns nur noch einmal das Ko Phi Phi kein Stück teurer ist, als der Rest von Thailand auch. Wir mussten etwas warten bis unsere Räumlichkeit fertig war, doch das ging schon klar. Wir gingen derweil etwas durch die Straßen, bevor wir unser Zimmer bezogen. Ich nutzte die Chance um mir endlich mal wieder eine Cola zu kaufen. Ich hatte nämlich wirklich genug von Regenwasser! Zurück beim Hotel wurden wir zu unserem Zimmer geleitet. Drei Betten, Dusche, WC, Waschbecken, Ventilator. Also alles was man braucht. Die Bettwäsche war auch sehr sauber, sodass wir unser Inlett auch dieses mal, gar nicht erst auspacken brauchten.
Nachdem wir uns in unserem neuen Heim eingerichtet hatten, gingen wir runter zu Strand um ein wenig im Wasser zu flippen und zu relaxen. Erst jetzt merkte man einfach das man irgendwie wieder "zu Hause" war. Es war sehr angenehm einfach im seichten Wasser zu liegen und die Zeit an einem vorbei streichen zu lassen. Als der Abend so langsam anbrach, gingen wir Pizzastücke und ein leckeres Barbecue essen. Garnelenspieße in scharfer Sauce, gegrillte Maiskolben und Fleischspieße. Es war göttlich.
2000: Als es komplett dunkel geworden war, die Feuershow mit Shisha und Bier genossen.
2130: Recht früh schlafen gegangen, da wir den morgigen Tag nutzen wollten.

Billard und Jenga - 04.08.
Die Nacht vom 3. auf den 4. sind wir mehrmals wach geworden, da die Wände des Hotelzimmers sehr dünn waren und die laute Musik von allen Seiten einhämmerte. Erschwerend kam noch hinzu, dass ein paar amerikanische Mädels vor der Haustür eine kleine Skype-Party feierten und ihren Urlaub damit verbrachten, um mit Menschen zu kommunizieren, für die Sie wahrscheinlich außerhalb des Urlaubs keine Zeit hätten. Naja!
0700: Morti ist morgens schon früher aufgestanden, da er einen Tauchkurs besuchen wollte. Das war schon immer sein Traum. An diesem Tag ging er dann auch in Erfüllung.
0900: Zwei Stunden später sind Sascha und ich dann auch aus den Federn gehüpft. Trotz des Lärms habe ich mich erstaunlich erholt gefühlt. Zuerst einmal haben wir uns etwas zu frühstücken für unterwegs besorgt und dann waren Sascha und ich am Strand und haben uns in der prallen Sonne ein wenig gesonnt.
Etwa eine Stunde später und ein gutes Stück brauner sind wir wieder nach Hause spaziert und haben auf Morten gewartet. Nur ein paar Minuten, nachdem wir wieder im Hotel waren, platzte Morti auch schon zur Tür hinein. Als erstes musste er natürlich gleich mal Bericht ablegen. Er erzählte uns das er eineinhalb Stunden Unterwasser war und durch acht oder neun Fischschwärme durchgeschwommen ist. Er hat einen Rochen gesehen und sogar Nemo gefunden, der sich inmitten von Algen versteckte. Es waren eigentlich zwei Tauchgänge für Ihn geplant, jedoch konnte er den Zweiten nicht antreten, da ihm vom Ersten sehr schlecht geworden war. Er spekulierte, dass er zu schnell aus den sechs Metern Tiefe in denen er sich befand, an die Oberfläche geschwommen ist und sein Körper den Druck nicht rechtzeitig ausgleichen konnte. Gegen Nachmittag gingen wir dann gemeinsam Pizza essen und ich habe nach dem Mahl angefangen für einen 800 Gramm Burger-Wettbewerb am Folgetag, den ich auf einem Plakat sah, zu fasten. Ich begann sehr viel Wasser zu trinken um mein Magenvolumen zu erweitern. Morti und Sascha haben sich derweil noch einmal ein köstliches Barbecue, wie am Vortag auch, gegönnt. Zum späten Nachmittag hin, sind wir in nähe des Party Beach, in einer Lokalität ein paar Bierchen zischen gewesen. Wir spielten ein paar Runden Billard bis uns der Wirt des Hauses zu einem Match herausforderte. Ich nahm die Herausforderung mutig entgegen. Es schien von vorne herein klar, dass ich das Spiel verlieren würde, aber hey, es ging um ein Bier, da musste ich einfach gewinnen. Wir lagen eine ganze Zeit lang ungefähr gleich auf, ich kann stolzen Hauptes sagen, dass ich sogar ein paar Runden führte, jedoch machte ich am Ende, als nur noch vier Kugeln zu spielen waren, Nervösitätsfehler und verlor letzten Endes das Spiel dann doch. Nachdem Morti auch nochmal kläglich gegen ihn im Spiel gescheitert war, machten wir uns, nachdem wir unsere Schulden bei dem freundlichen Thai beglichen hatten, aus dem Staub und nahmen an einen Tisch Platz, wo ein Jenga-Spiel stand. Die Jenga-Spielsteine waren beschriftet mit allerlei perversen Sprüchen und Zitaten. Sie ließen erahnen, dass das Spiel kein normales Jenga war, sondern Strip-Jenga! Da wir aber sowieso nur jeder eine Badehose anhatten, ließen wir den Strip-Gedanken einfach mal aussen vor und spielten ein paar Runden mit normalem Reglement. Nebenbei gönnten wir uns noch ein paar alkoholische Getränke und ich konnte zum ersten Mal im Leben ein Bucket Drink trinken. Nachdem ich beim Jenga mehrfach meine grobmotorischen Fähigkeiten zur Schau stellte, verließen wir angetrunken die Kaschemme. Am Abend gingen wir dann unsere Finanzen gemeinsam durch. Auch wie wir es drehen und wendeten, unsere derzeitigen Mittel würden so, vermutlich nicht mehr ausreichen. Morten hatte als einziger von uns eine Kreditkarte und die hatte Ihren Tiefstand nun auch schon fast erreicht. Gott sei Dank, konnten wir Rino über Facebook erreichen, der uns auch gleich in den nächsten Tagen Geld auf Mortis Kreditkarte überwies. Die Party konnte dann also Dank Rinos freundlicher Geste munter weiter gehen!

Être fort pour être utile - 05.08.
0700: Früh aufgestanden um einmal in Ruhe am Strand zu frühstücken. Ich habe an diesem Morgen noch immer gefastet, da ich ja noch in Vorbereitung für die Burger-Challenge stand. Für mich gabs also mal wieder nur Wasser. Ich habe die Beiden in Ruhe frühstücken gelassen und bin kurz ins Meer gegangen um wach zu werden. Derzeit planten Morti und Sascha eine Wanderung zum Monkey Beach. Ein kleiner Strand der auf der anderen Seite der Insel lag, der eigentlich nur mit einem Kanu zugänglich ist. Die Beiden erzählten mir von Ihrer Idee zu Fuß, durch den Dschungel dort hin zu gehen. Ich habe mir erstmal nicht viel dabei gedacht und eingewilligt. Ich wollte nur rechtzeitig zum Mittag wieder da sein, da ja bekanntlich 800 Gramm Rindfleisch auf mich warteten. Es war also beschlossene Sache und wir gingen noch einmal nach Hause um fix unsere Sachen für den Trip zu packen. Wir starteten links an der Küste vom Party Beach und kämpften uns wie schon in Ko Lanta auch, durch das felsig-feuchte Terrain. Ich bekam langsam richtigen hunger, was sich zum großen Übel auf meine Kondition ausgewirkt hat. Schon auf halber Strecke pfiff ich wirklich aus dem letzten Loch. Auch für Sascha und Morten war es kein Leichtes durch den unebenen Weg zu stapfen, den wir uns erarbeiteten. Wir mussten konsequent einen etwa 45 Grad schrägen Berg entlang marschieren, der noch dazu an manchen Stellen sehr matschig und dadurch auch sehr rutschig war. Einen Fehltritt hätte man sich bei dieser Neigung nicht erlauben können. Das wäre schnell das Ende der Reise gewesen. Wir kamen durch die Beschaffenheit des Weges, verständlicherweise nur sehr langsam voran und mir ging es von Minute zu Minute immer dreckiger. Langsam wurde mein Abstand zu Morti und Sascha Größer und Größer. Ich brauchte einfach immer öfter eine Pause. Der Endspurt verlief, wie zu Anfang auch, über die rutschigen Felsen der Küste. Man konnte Monkey Beach nun schon sehen, jedoch war es immer noch ein ganzes Stück was uns vom Ziel trennte. Sascha und Morti kamen, wie nicht anders erwartet, als erstes an und ich lag um die 100 Meter zurück. Für den Rest der Strecke brauchte ich gut zehn Minuten. Als ich ankam, wollte ich am liebsten sofort zurück. Der Strand war so weiß wie kein Zweiter und um mich rannten kleine Affen herum, jedoch beachtete ich diese nicht weiter.


Der Hunger ist einfach zu groß geworden und meine Kleidung war von Schweiß durchnässt. Ich ruhte mich ein wenig auf einen Felsen aus, doch es wurde einfach nicht besser. Ich trank meinen letzten Rest Wasser aus und ging ohne ein Wort mit den Beiden zu wechseln über die Klippen zurück, um schnellst möglich etwas in den Magen zu bekommen. Mir ging es immer dreckiger und dreckiger und so langsam stellte sich ein Schwindelgefühl bei mir ein. Nach einem Viertel der Strecke musste ich zwei mal Flüssigkeit erbrechen. Ich hatte Angst bekommen, dass ich dehydrieren könnte und wurde immer schneller und schneller. Kurze Zeit später hörte ich ein lautes Rascheln in einem Gebüsch und Schritte die sich auf mich zu bewegten. Eine Schrecksekunde. Mein erster Gedanke war: Riesenechse! Mein Zweiter war: Tiger! Und mein Dritter war: lol Tiger! Dann rasten auch zugleich zwei Affen ein gutes Stück weiter an mir vorbei. Ich atmete erstmal durch und dann setzte ich meinen Marsch fort. Nach einer geschlagenen halben Stunde kam ich endlich zum Hauptstrand von Ko Phi Phi. Ich lief quer über den Strand in Richtung Stadt. Die Sonne brannte mir auf den Rücken und ich fühlte mich wie eine Mischung aus "Gestrandet auf Insel" und "Normade in Wüste". Als ich den Strand überwunden hatte, taumelte ich zu einem kleinen Stand und kaufte mir eine große Flasche Wasser und ließ mich neben den Stand in den Schatten fallen. Als ich die Flasche zur Hälfte geleert hatte, ruhte ich mich noch mal gute zehn Minuten aus. Es wollte mir einfach nicht besser gehen und mir war noch immer sehr schwindelig. Nach der kleinen Pause ging ich in Richtung Stadt-Mitte um etwas in den Magen zu bekommen, doch konnte ich kaum noch einen Schritt vor den Anderen setzen. Ich hielt am erst besten Kiosk und sah mich nach etwas Essbaren um. Ich ergriff eine Tüte Chips, bezahlte Sie und setzte mich vor den Kiosk. Das Schlucken fiel mir sehr schwer und ich habe vor Übelkeit kaum etwas herunter bekommen. Auch mein Mund war total ausgetrocknet. Ich ging zurück in den kleinen Laden, kaufte mir ein Eis und setzte mich zurück auf die Treppen vor dem Laden. Plötzlich kam der Verkäufer des Ladens, ein junger Mann, Mitte 20, auf mich zu und gab mir zwei Tabletten. Ich bedankte mich aufrichtig für seine kleine Spende. Es waren wohl Tableten gegen Übelkeit, den es ging mir schon kurze Zeit später einen Hauch besser. Der freundliche junge Mann bat mich wieder zurück in seinen Laden herein, brachte mir einen Stuhl und richtete seinen kleinen Ventilator auf mich. Ich erklärte ihm wo ich war und warum es mir so dreckig ging. Er grinste nur und sagte das ich mich ja hier nun erstmal ausruhen könne. Der junge Mann ging in einen der hinteren Räume des Ladens. Als er wieder kam hatte er in der einen Hand einen kleinen komisch aussehenden Stift und in der Anderen ein paar gefrorene Bananen. Er überreichte mir die beiden Sachen und ich nahm aus Zeichen von Höflichkeit seine Gesten freudig-dankend entgegen. Er erklärte mir, dass der Stift mit ätherischen Ölen gefüllt gewesen ist und ich ihn zum inhalieren nutzen sollte. Ich nahm den Inhalator aus seiner Verpackung und probierte ihn sofort aus. Es war im ersten Moment wie ein Eukalyptus-Aufguss in der Nase. Ich fühlte mich sofort klarer im Kopf und konnte nun auch ohne weiteres meine gefrorenen Bananen geniessen. Ich habe nicht bemerkt, das der Ladenbesitzer schon wieder nach hinten gegangen ist. Als er zurück kam, brachte er mir eine Schüssel mit kaltem Wasser, damit ich mir mein Gesicht waschen konnte. Es war die beste erste Hilfe die ich jemals bekommen hatte. Ich bedankte mich noch tausend Mal bei dem freundlichen Mann und ruhte mich noch etwas bei ihm aus. Wir hielten noch etwas Smalltalk und er erkundigte sich nach meiner Herkunft und wie lange ich noch auf Phi Phi bleiben würde. Nun war es für mich an der Zeit zu gehen, ich wollte ihm noch etwas Geld für seine Gaben geben, jedoch lehnte er ab. Da kam mir die Idee, ihm eines meiner Être Fort pour être utile-Bänder ("Stark sein, um nützlich zu sein") zu schenken. Ich erklärte ihm den Hintergedanken des Bandes und das er sich dadurch erinnern könne, dass er an dem Tag eine wirklich gute Tat vollbracht hatte. Er legte sich das Band an und wir verabschiedeten uns mit einem Hände schütteln. Ich rief ihm noch zu, dass ich in den kommenden Tagen bei ihm einkaufen kommen würde. Mit einem freudigen Gemüt ging ich zurück zum Hotel um mich auszuruhen. Zu Hause angekommen schlief ich sofort ein. Eine halbe Stunde später kamen Sascha und Morti zurück. Morten ging es ebenfalls nicht sonderlich gut, wie er erzählte. Er hatte wohl einen Sonnenstich davon getragen. Ich hatte nach meinem Erwachen auch stärkere Bauchschmerzen. Morti und ich legten uns für den Rest des Tages hin und Sascha versorgte uns mit heißem Tee und etwas zu Essen. Abends waren wir dann auch schon wieder voll auf dem Damm, jedoch haben wir aus Vorsicht, an diesem Tag, dann nichts mehr unternommen.

Überflutung auf Ko Phi Phi - 06.08.
0400: In der Nacht habe ich vielleicht zwei Stunden geschlafen. Der Straßenlärm schallte aus allen Ecken unseres Zimmers. So langsam wurde klar, warum unser Hotelzimmer so günstig angeboten wurde. Ich hatte die Nacht viel Zeit zum Nachdenken und Deckenfliesen zählen gehabt. Meine Gedanken konnte ich durch diese Zeit wunderbar aufklären und sortieren. Ich dachte viel über den gestrigen Tag nach. Gegen vier Uhr hat mich der Heißhunger gepackt und ich begann ein paar Cornflakes zu essen. Nachdem ich so richtig satt war, legte ich mich zurück in mein Bett und konnte dann doch endlich einschlafen.
0900: Gemeinsam unter strömenden Regen aufgestanden. Es hatte wie es schien die ganze Nacht geregnet. Als der Regen aufhörte, machte ich mich mit Sascha auf um ein wenig spazieren zu gehen. Schon als wir zur Tür hinaus gingen, mussten wir feststellen, dass die Bürgersteige und Wege mit Wasser nur so überflutet gewesen waren. Wir haben uns natürlich dennoch auf den Weg gemacht.
Als erstes wollten wir den freundlichen Mann besuchen, der am Vortag so großzügig zu mir war und bei ihm einkaufen. Bei unserem kleinen Spaziergang sah man, welche Opfer der Regen, den Menschen auf der Insel gebracht hatte. Kleine Läden standen unter Wasser und Arbeiter versuchten mit Eimern das Wasser aus den Häusern heraus zu befördern. Mühselig versuchten Einbewohner mit ihren Fahrrädern durch den teilweise knietiefen Wasserstand zu manövrieren. Schilder und Stühle flossen durch den Strom. Selbst die Wege sind an vielen Stellen weggebrochen und waren ungehbar. Selbst der Pegel des Meeres stand bedrohlich hoch und grenzte an so manchen Strandshop.


Als wir beim Laden meines Retters ankamen, mussten wir leider feststellen dass er an dem Tag zu hatte. Ich zeigte Sascha noch einmal alles, auch den Stuhl, den mir der junge Mann am Vortag gegeben hatte, stand noch immer da. Ich setzte mich noch einmal drauf um die Szene nachzuspielen. Mehr schlecht als recht.
1630: Später am Tag, nachdem wir gut gegessen hatten, machten wir uns zu dritt auf, in die Stadt. Eine Sache stand nämlich noch fett markiert auf unserem Plan. Sascha und ich mussten uns noch Bamboo-Tattoos stechen lassen. Zuerst blieben wir an einem komischen Typen mit Zuckungen in den Armen hängen. Der Mann, der von Kopf bis Fuß tätowiert war, kam schon nach dem ersten Wortwechsel sehr eingebildet rüber. Ich konnte den komischen Eremiten einfach nicht ernst nehmen und dachte, dass er in jedem Augenblick einen Hexentanz aufs Parkett legen würde. Dennoch wollte ich im ersten Moment seine Dienste in Anspruch nehmen und ließ ihn mir, mein Muster, was ich von zu Hause mitgebracht hatte auf meinen Oberarm mit Filzstift zeichnen. Mehrfach musste ich ihm in seiner Zeichnung korrigieren, da es einfach nicht meinem Muster glich. Doch er schenkte mir nur teils seine Aufmerksamkeit und zeichnete wie Besessen weiter sein Bild auf meinen Arm. Ich schmunzelte immer wieder zu Morti und Sascha und wusste wirklich nicht wie ich in dem Moment reagieren sollte. Sascha machte sich derweil auf, um nach einem anderen Tätowierer Ausschau zu halten. Als der verrückte Typ mit seiner Zeichnung fertig war schrieb er eine abnormale Summe für das anstehende tätowieren auf einen Zettel und legte mir das Stück Papier vor. Ich sagte ihm mehrfach das mir die Summe für das Tattoo zu hoch war und ich so viel nicht mal zu Hause in Deutschland ausgegeben hätte. Nach langem Hin und Her, der Mann war nun schon einige 1000 Baht herunter gegangen, entschlossen Morten und ich einfach zu gehen. Es war immer noch zu viel Geld für so ein, nicht mal aufwendig, gestaltetes Tattoo. Wir gingen los und suchten Sascha, der bereits in einem Tattoo-Shop (Tapir-Tattoo-Studios), zwei Straßen weiter, auf der Matte lag. Er war fast fertig mit seinem neuen Bamboo-Tattoo und sah sehr zufrieden aus. Auch bezahlt hat er genau das, was ihm vorschwebte. Morti meinte das ich es doch auch mal hier probieren sollte. Ich versuchte also mein Glück nun auch hier und ging zu dem Chef des Ladens an die Kasse. Er begrüßte mich freundlich und ich legte ihm meine Skizze vor. Er scannte diese sofort in einen Computer ein und veränderte noch etwas die Größe auf meinen Wunsch hinaus. Mir kam alles sehr professionell vor und ich hatte hier ein sehr viel besseres Gefühl als bei dem dementen Vodoo-Priester um die Ecke. Nun kam auch schon der Augenblick der Wahrheit. Ich erkundigte mich nach dem Preis und der freundliche Inhaber des Ladens machte mir ein gutes Angebot, welches sogar noch unter dem lag, was ich selbst einkalkulierte. Ich sagte ihm ohne zu zögern zu und daraufhin stellte mir der Mann meinen Tätowierer vor. Der Tättowierer begrüßte mich genauso freundlich wie der Ladeninhaber und ging mit mir zu einem Spiegel. Er zückte eine Blaupause und malte die neue Vorlage die mir der Chef ausdruckte darauf. Nahezu perfekt (ach was rede ich da, es war perfekt!) brachte er Diese auf meinen rechten Oberarm an. Ich betrachtete das Werk im Spiegel und war begeisterter denn je. Frohen Gemüts legte ich mich auf die Tattowierbank und fast im gleichen Moment ist auch Sascha schon fertig geworden. Er präsentierte der Kamera mit seinem zuständigen Tätowierer, glücklich sein neues Tattoo.
Dann war ich nun endlich an der Reihe und machte mich bereit. Nur ein Augenzwinkern später ging es auch schon los. Der Tätowierer setzte mit seinen Bambusstäbchen an und begann in meinen Oberarm zu hämmern. Anfangs noch etwas schmerzhaft, doch mit der Zeit ertragbarer ging die Prozedur von statten. 
Ungefähr auf halber Strecke legte der Künstler eine kurze Pause ein um eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Nach fünf Minuten ging es jedoch auch gleich weiter. Als der Mann die Umrisse fertig gehämmert hatte, erhöhte er den Druck und die Schlagrate des Stäbchens ungemein und es begann etwas schmerzhafter zu werden. Gerade als es höher zum Knochen ging, tat es kurze Zeit wirklich weh.
Dennoch war der gesamte Ablauf ertragbar und nach etwa einer Stunde war es dann auch schon geschafft. Satori, der Augenblick im Jetzt. (jap. 悟り, wörtlich: "Verstehen")
Für seine hervorragende Arbeit bekam der Thai von mir auch ein nettes Trinkgeld. Ich war absolut zufrieden mit seiner Arbeit und hätte es mir nicht besser vorstellen können. Sascha und ich bedankten uns bei dem Tattoo-Team und mit strahlenden Gesichtern verließen wir den Laden.
1830: Zur Feier des Tages gingen wir in einer netten kleinen Lokalität frischen Red Snapper, Krabben  und Salat essen. Bis auf die Krabben, die etwas faulig schmeckten, war wirklich alles wunderbar.
2130: Morti und Sascha gingen noch einmal Shisha rauchen und ich fiel müde ins Bett.

Jetzt fangen die schon mit deutsch an - 07.08.
0900: Leider hieß es nun endgültig von Ko Phi Phi Abschied nehmen. Wir hatten beschlossen weiter nach Kao Lak zu reisen. Mit der ersten Fähre ging es also für uns von Phi Phi los zurück nach Krabi. Die Überfahrt war ruhig und verging nur sehr langsam für mich. Dennoch kamen wir irgendwann endlich am Pier von Krabi an. In Krabi machten wir an einem Busbahnhof, bei einem der netten Thais die Rückfahrt nach Bangkok klar und organisierten uns die Überfahrt und Unterkunft in Kao Lak.
1200: Nach einer zweistündigen Van-Fahrt von Krabi nach Kao Lak mit kotzendem Kind an Board, hatten wir es endlich geschafft. Wir checkten bei einer supernetten Hoteldame ein, die auf jeden Fall etwas von Ihrem Job zu verstehen schien. Wir haben jeden Tag Wasserflaschen sowie frische Handtücher an unsere Türklinken gehangen bekommen und unser Hotelzimmer sah nicht nur sauber aus, es war nahezu steril. Wer also mal zufällig nach Kao Lak kommt, sollte sich unbedingt nach dem Srichada Motel als Unterkunft erkundigen.
1400: Geplättet von der Fahrt schmiss ich mich erst einmal in mein Bett und döste eine Runde vor mich hin.
1800: Zum Abend hin sind wir einkaufen gegangen und haben uns nach ein paar Souvenirs umgesehen. Hier stießen wir zuerst auf einen kleinen Shop der von einem sehr jungen Mann betrieben worden war. Viele Sachen sahen hier nach Handarbeit aus und die auch so schon schöne Atmosphäre wurde von orientalischer Musik sogar noch um einiges verschönert. Nach unserem kleinen Einkaufsbummel wollten wir noch schnell den Strand von Kao Lak auskundschaften. Auf dem Weg zum Meer rief uns eine Stimme zu: "Habt ihr einen Moment Zeit"? Ein Thailänder in einem Anzug, wie wir ihn schon zu genüge aus Bangkok kannten, sprach zu uns beim vorbei gehen an seinem Schneiderladen. "Es war immer das gleiche", dachte ich mir. Manche Thais lockten Kundschaft damit an, etwas bei Ihnen zu kaufen, indem Sie in der Heimatsprache, mit einem redeten. Ich beachtete die Stimme nicht weiter und wollte einfach weiter zum Strand gehen, doch Sascha blieb stehen und fing sich an mit ihm zu unterhalten. Es war unglaublich, als Morti und ich umdrehten, konnten wir unseren Augen und Ohren erstmal nicht trauen. Der Thailänder sprach fließend deutsch. Er erzählte uns in fast perfekter Aussprache, dass er seit etwa vier Jahren deutsch lernte. Unglaublich, dachte ich mir, dass jemand eine so schwere Sprache, wie unsere, in so kurzer Zeit von außerhalb besser sprechen konnte als manch ein Immigrant der schon sein halbes Leben in Deutschland lebte. Auch schnell wurde nun klar, dass der Thai uns nur zu Sprachtrainingszwecken angesprochen hatte. Wir blieben weiter im Gespräch hängen und der Mann erzählte uns über seine Schneiderherkunft, seiner Familie, über Thailand und noch über vieles mehr. Er lud uns in seinen Laden ein um uns Innenfutter von Anzügen zu zeigen, auf die er sehr stolz war. Wir nahmen sein Angebot freundlich entgegen und ich war nach dem ersten Anzug, den er uns zeigte, schon dermaßen überzeugt, dass ich mir nun, wie Morten auch, einen Anzug schneidern lassen wollte. Ich zeigte dem tollen Typen ein paar Anregungen im Internet wie ich mir meinen Anzug so vorstellte und er sagte immer nur, das es kein Problem sei, und er machen könnte, was ich mir wünschte. Wir kamen schnell ins Geschäft und mein Körper wurde vermessen und ich habe mir ein paar Stoffproben für meinen Anzug ausgesucht. Morti hatte sich dann zeitgleich auch noch mal zwei Hemden bei dem Schneider geordert. Ich musste mit Morten am Folgetag um 12 Uhr zur Anprobe des Sakkos kommen und am Abend dann zur Anprobe der Hose. Danksagend verabschiedeten wir uns von dem Meisterschneider und gingen unseres Weges. Es war inzwischen Stockdunkel, deswegen wollten wir das mit dem Strandbesuch erstmal verschieben. Auf dem Rückweg machten wir an einem Steak House halt und ließen ordentlich Kohle dort. Unser Vegetarier Sascha bestellte sich eine Pizza und Morti und ich gönnten uns ein 300g schweres Rib-Eye Steak. Mit dem Bauch gefüllt und den Taschen geleert, fielen wir an dem Tag sofort ins Bett und konnten zum ersten mal seit langem wieder richtig durchschlafen.

08.08. - Kao Lak Erkundung
0800: Wieder einmal unter strömenden Regen aufgewacht. Aber was sollte man auch verlangen, wenn man in der Regenzeit einen Urlaub bucht. Mit einem reichhaltigen Cornflakes-Frühstück und Power Rangers, die im thailändischen Fernsehen liefen, hatten wir dennoch einen schönen Start in den Tag.
0945: Als sich der Regen endlich legte, machten wir uns auf, an die frische Luft um ein wenig Kao Lak zu entdecken. Morten hatte im Internet einen Wasserfall, nicht weit von unserem Hotel gefunden, den wir als unser erstes Ziel markierten. Wir machten uns auf und gingen eine lange Straße entlang. Kurzer Hand später hatten wir uns auch schon verlaufen und wussten nicht mehr genau wo der Wasserfall oder wir lagen. Wir fanden an einem kleinen Landweg einen Flusslauf, den wir fürs Erste, einen steilen Hügel hinauf folgten. Die Mückenplage war an diesem Ort unerträglich. Wir legten einen Zahn zu, um nicht von den Mücken und Moskitos gestochen zu werden, dennoch ließ sich der ein oder andere Stich nicht vermeiden. Das Gras auf dem wir liefen war noch vom Regen sehr feucht und der Boden von Wasser nur so durchtränkt. Als wir auf dem Berg ankamen, mussten wir leider feststellen das es nicht mehr weiter ging. Wir entschieden uns umzudrehen. Als wir es endlich wieder an die Hauptstraße geschafft hatten, durfte Morti 23 Mückenstiche an seinen Körper zählen. Ein neuer Rekord. Ich hatte durchaus weniger zu vermelden, doch hatte ich die Ehre zwei Blutegel an meinen Füßen kleben zu haben. So richtig, hatten wir noch nichts gesehen an dem Tag, jedoch entschieden Sascha, Morti und ich uns trotzdem für eine Rückkehr ins Hotel. Es schien auch wieder Regen aufzuziehen und wir hatten ja noch unser Treffen mit dem Schneider, welches wir am Vortag abmachten.
1200: Wieder im Hotel angekommen, duschte ich mich schnell und machte mich mit Morten auf zum Schneidergeschäft. Ruckzuck kamen wir dran und ich durfte als erstes mein Sakkomuster anziehen. Nachdem ein paar Nadeln gesetzt und ein paar Kreidemarkierungen auf der Jacke gezogen wurden, war ich auch schon zur Hälfte fertig. Als nächstes durfte ich meine maßgeschneiderte Hose anprobieren, die schon zu dem Zeitpunkt makellos gepasst hat. Trotzdem wurden noch ein paar Feinheiten im Taillenbereich vorgenommen und die Hosenbeine wurden auch noch etwas gekürzt. Nach nicht mal 15 Minuten war ich durch und gleich danach durfte Morti seine zwei Hemden anprobieren. Beim warten auf Morten kam ich mit dem Schneider wieder ein bisschen ins Gespräch und musste ihn unbedingt von Hannover und meinem Beruf erzählen. Als Morti dann auch durch war, bekamen wir noch unseren finalen Abholungstermin am Folgetag. Damit ging es für uns auch wieder zurück zu Sascha ins Hotel.
1815: Als es langsam zu dämmern anfing, ging ich schnell los und kaufte mir noch ein paar Kerzen und Leckereien für den Abend sowie ein Buch. (The man who cycled the world von Mark Beaumont, übrigens sehr empfehlens- und wissenswert!) Ich verbrachte den Abend mit nichts anderem mehr als mein neues Buch zu lesen. Morti und Sascha sind später noch ein Bier trinken gegangen und waren bei Mc Donalds.

Doch noch Wasserfälle - 09.08.
0845: In der Früh, gleich als Erstes einen Roller gemietet um besser rum zu kommen. Ich muss zugeben das ich immer noch etwas Angst hatte, nach meinem kleinen Unfall auf Ko Lanta, was man sicher auch an meinem Fahrstil gemerkt hatte. Die Straßen waren an dem Tag zwar trocken, jedoch sah der Himmel sehr dunkel und von Wolken überzogen aus. Keine guten Tagesaussichten. Wir haben uns entschlossen, der Hauptstraße in Richtung Süden zu folgen. Schon nach zehn Minuten Fahrt haben wir einen wunderschönen, kleinen Wasserfall gefunden, der unter einer Brücke durchfloss.

Oberhalb des Wasserfalls konnten wir ein herrliches Bad nehmen. Man musste nur etwas Acht geben, dass man nicht zu weit in Richtung des Stroms geschwommen ist. Die Strömung war ganz und gar nicht zu unterschätzen. Wir verbrachten fast eine Stunde dort und genossen das kühle Nass.



Nach der kleinen Erfrischung sind wir noch ein Stück weiter der Hauptstraße gefolgt, bis zu einem Forstweg der in den Dschungel hinein führte. Wir stellten die Maschinen ab und gingen zusammen in den Dschungel hinein. Nach einem Kilometer Feldmarsch kamen wir an eine riesige Lichtung, indem sich ein Tal mit einem kleinen, verlassenen Häuschen befand.
Ich kraxelte einen kleinen Berg hinauf und schrie einmal lauthals wie ich es schon Jahre nicht mehr getan hatte. Wer sollte einen auch schon hören, außer Morten und Sascha. Keine Minute später fing es an zu regnen. Wir suchten vorerst in der kleinen Hütte Schutz vor dem starken Tropenregen. Als der Regenguss nachgelassen hat, machten wir uns auf den Rückweg um im Hotel essen zu gehen.
1800: Zum Abend hin, hatten Morti und ich unseren Abholungstermin beim Schneider. Dort ging dann auch alles wie immer sehr schnell und wir durften sofort unsere Kleidungsstücke anprobieren. Uns gefiel die Arbeit des thailändischen Schneiders sehr gut. Vor allem die Hemden von Morten und mir haben perfekt gepasst. Sie waren nicht so geradlinig geschnitten wie von normalen Hemden, sondern waren genau auf unsere Körperformen abgepasst. Dies sah man hier vor allem bei Mortis Hemden im Rückenbereich. Ich war sehr zufrieden und bereute den Kauf bis zum heutigen Tag nicht. Zu guter Letzt wurden unsere Konfektionsgrößen noch in die Schneiderkartei aufgenommen, sodass, wenn wir noch ein Hemd, Sakko oder Hose bräuchten, uns einfach bei dem netten Thai melden konnten. Er würde uns dann unsere Bestellung auf dem Postweg nach Deutschland zusenden. Wir verabschiedeten uns von dem deutschsprachigen Thailänder und bedankten uns herzlich für sein Werk. Dann fuhren wir mit unseren Rollern zurück zum Hotel.
2000: Kurz vor Einbruch der Dunkelheit machten wir uns mit unseren Mopeds noch einmal auf, in Richtung Norden der Hauptstraße. Nach einer ganzen Weile Fahrt kam ein Schild mit noch einem Wasserfall darauf. Das Schild sah recht vielversprechend aus, drum folgten wir der Straße, auf die das Schild verwies. Irgendwann hörte der asphaltierte Weg auf und es folgte ein ungepflegter, langer Kiesweg der mit kleinen Felsen und Löchern gesät war. Wir bahnten uns vorsichtig mit unseren Rollern den Weg. Uns war klar, dass die Roller nicht für eine derarte Offroad-Aktion ausgelegt waren, dennoch fuhren wir tapfer weiter. Wir durchquerten ein großes Tor von einem Nationalpark und stellten unsere Roller ab. Es wurde nun langsam dunkel und die Zeit rannte gegen uns. Wir legten einen Zahn zu und nach einem zehnminütigen Spaziergang erreichten wir einen etwa drei Meter hohen Wasserfall. Man konnte leider nicht mehr viel erkennen, da es mittlerweile echt dunkel geworden war. Sascha und Morti entschieden noch ein Stück weiter zu gehen, zu einem anderen Wasserfall. Für mich war es das jedoch gewesen und ich kehrte kurzer Hand um, zurück zu meiner Maschine. Gott sei Dank hatte der Roller Licht, sonst wäre ich wohl hoffnungslos verloren gewesen. Ich fuhr durch die Schwärze der Nacht, zurück in Richtung Hauptstraße. Ohne Licht konnte man schon fast die Hand vor Augen nicht mehr erkennen. Fledermäuse und Schmetterlinge flogen mir durch mein Scheinwerferlicht, auf dem Rückweg zum Asphaltweg. Irgendwann schaffte ich es dennoch ohne Schäden zur Hauptstraße. Eine Cola später, an einem kleinen Imbiss tauchten dann Sascha und Morten auch schon wieder auf. Gemeinsam sind wir noch eine Kleinigkeit essen gegangen und dann ging es auch endlich wieder heimwärts ins geliebte Bett.

Irgendwie die Zeit überbrücken - 10.08.13
0830: Nachdem wir uns bei der freundlichen Hoteldame verabschiedeten und auscheckten wurden wir von einem Van abgeholt der uns zurück nach Krabi brachte.
1030: Für heute stand nur ein Termin auf der Tagesordnung. Wir mussten zurück nach Bangkok gelangen. Fahrkarten für die Fahrt hatten wir schon viele Tage vorher organisiert, jedoch waren wir im Ungewissen was die genaue Uhrzeit der Abfahrt betraf. Wir wurden in Krabi an einem Busbahnhof darüber aufgeklärt, dass der Bus erst spät abends abfahren würde. Sascha, Morti und ich hatten also genügend Zeit uns einmal Krabi-Town genauer anzuschauen. Durch Krabi sind wir ja nun schon mehrfach durch gefahren, jedoch hatten wir nie die Zeit um einen genauen Blick darauf zu werfen. Wir organisierten uns einen Taxifahrer am Busbahnhof um nach Midtown zu gelangen.
1100: Nach guten 15 Minuten Fahrt mit dem Taxi sind wir auch schon in der Stadtmitte angekommen. Krabi Town war, wie es aussah, eine von Touristen, wenig besuchte Stadt. Wir trafen hier kaum auf Menschen die sich äußerlich von Thailändern sowie Indern unterschieden. Nun galt es die Zeit tot zu schlagen. Wir wollten nun nicht mehr unnötig unser restliches Geld ausgeben, dass uns noch zur Verfügung stand. Wir hatten es in Kao Lak doch schon sehr übertrieben und unsere Finanzen sahen nun alles Andere als rosig aus. Nachdem wir es geschafft hatten, ein paar Touristenangebote des Taxifahrers auszuschlagen, gingen wir auf Nahrungssuche. Als wir uns ein wenig die Straßen der Stadt angeschaut hatten, verschlug es uns auf ein schwimmendes, thailändisches Restaurantboot. Ein gutes Stück gesättigter verbrachten wir noch ein bisschen Zeit mit Training am Meer, woraufhin Morti und Sascha von einer Gruppe thailändischen Schülern auf englisch interviewt wurden. Es war cool zu sehen, dass hier die Schüler schon in so jungen Jahren sehr gute Englischkentnisse vorzuweisen hatten.
1530: Nach geschlagenen vier Stunden, in denen ich versuchte ein kleines Mittagsschläfchen am Meer einzunehmen, holte uns der Taxifahrer wieder, wie mit ihm vorher vereinbart ab und brachte uns zurück zum Busbahnhof. Wir erfuhren dass der Bus noch eine ganze Ecke auf sich warten ließ. Die Zeit schien nun gar nicht mehr weiter zu ticken. Mit sinnlosen Münzspielen und "die Straße rauf und runter gehen" überbrückten wir die nächsten vier Stunden.
1930: Es war nun dunkel geworden und die Anzahl der Moskitos nahm immer weiter zu. Doch dann traf endlich der Bus ein. Leider sollte dieser wohl nach Surat Thani fahren, doch uns wurde mitgeteilt, dass wir unterwegs, mitten in der Nacht, in einen anderen Bus umsteigen könnten, der direkt nach BKK weiter fuhr. Im Bus war es sehr eng, doch ich hatte das Glück, dass ich einschlafen konnte und bekam von der langen Fahrt nichts mehr weiter mit.

Kaufrausch in Bangkok - 11.08.
0130: Ankunft im Irgendwo. Dank meines steifen Nackens, den ich mir über Nacht geholt hatte und meiner, noch extremen Müdigkeit nahm ich meine Umgebung so gut wie gar nicht wahr. Angeschlagen, wie wir waren, wechselten wir in einen "V.I.P. Bus". Dieser sollte nicht ohne Grund so heißen, dachte ich mir, doch weit gefehlt. Ein riesiger Hello Kitty Bus kam auf Sascha, Morti, mich und die anderen Passagiere zugerollt. Einen Moment dachte ich wirklich noch das ich träume, doch als die Türen der Hölle sich öffneten und wir eintreten durften, fing ich mich wieder in der Realität. Als wir den, auch ohne uns schon, total überfüllten Bus betraten, lief mir erneut ein Schauer über den Rücken. Überall grün-gelbe Neonröhren und schrille Verzierungen die optisch beeindrucken sollten, dabei die Komfortabilität aber dermaßen beeinträchtigten. Es kam mir wieder vor, als wäre ich in einem Traum gefangen. Nur mit Not fanden wir noch drei Plätze und konnten los fahren. Eingeklemmt zwischen zwei Fußstützen und zwei Armlehnen zwang ich mich in eine Art Halbschlaf. Nach einem kleinen Zwischenstopp mitten in der Nacht, wann und wo weiß ich auch nicht mehr, sind wir dann zur finalen Etappe aufgebrochen, nach Bangkok.
0630: Ankunft in Bangkok. Die Rucksäcke der Passagiere, unsere mit eingeschlossen, wurden auf die Straße geworfen und wir wurden durch eine Bushupe aufgeweckt. Soviel zum Thema V.I.P. Bus. Nachdem Sascha, Morten und ich endlich unsere Rucksäcke in einem riesigen Getümmel aus Menschen gefunden hatten, machten wir uns auf den Weg, ein Hotel zu suchen. Wir ließen uns von einem Tuk-Tuk Fahrer zur Khaosan Road kutschieren. Wie Morti später feststellen konnte, fuhren wir mit dem Tuk-Tuk einmal in einem größeren Kreis, um dann später zwei Straßen weiter von unserem Startpunkt anzuhalten. Zu allem Übel bezahlten wir mehr als das dreifache des normalen Preises für die Fahrt. Aber das war uns natürlich in dem Moment egal. Wir drei hatten erstmal nur ein Ziel und das hieß Ausschlafen. In der Khaosan Road, der Party Meile von BKK, angekommen, begaben wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Nach zwei Hotels, in den wir nach einer Übernachtung anfragten, die leider aber schon überfüllt waren, fanden wir das "LAK Guest House", die letzte Unterkunft während unseres Thailandurlaubs, die wir besuchten. Wir gingen mit letzten Kräften aufs Zimmer, ließen unsere Sachen fallen und schliefen sofort ein.
1100: Als unser kleines Frühmittagsschläfchen ein Ende fand, packten wir erst einmal unsere Sachen aus, gingen duschen und machten uns dann auf den Weg, zu Fuß, zum Einkaufszentrum MBK, in dem wir auch schon am Anfang unserer Reise viel Zeit verbracht hatten. Nach einem sehr langen Fußmarsch von der Khaosan Road nach MBK sind wir endlich angekommen. Zu Mittag haben wir bei der Restaurantkette FUJI ein sehr leckeres, thailändisches Reisgericht gegessen. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis absolut zu empfehlen. Billiger kann man in Bangkok auch eigentlich nur noch an Straßenständen satt werden, nach unseren Erfahrungen. Nachdem wir pappsatt waren und bei FUJI von den Mitarbeitern verabschiedet wurden gerieten wir in einen Kaufrausch und klapperten jeden Stock von MBK noch einmal ab. Eine ganze Ecke an Zeit verging und es fing nun schon so langsam an zu dämmern. Sascha, Morti und ich beschlossen zum Night Market mit einem Tuk-Tuk zu düsen um dort noch ein wenig zu stöbern. Der Tuk-Tuk Fahrer handelte mit uns aus, dass wir einen kurzen Abstecher bei einem Schneider einlegen sollten, dafür bräuchten wir für die Strecke bis zum Night Market nur die Hälfte zu bezahlen. Kaufen müssten wir beim Schneider nichts, lediglich zehn Minuten unserer Zeit sollten wir dem Schneider schenken. So war also der Deal. "Gut", dachten wir, wir hatten ja jeder schon einen Anzug gekauft bis auf Sascha. Der Versuchung noch einen zu kaufen, könnten wir also stand halten. Wie nicht anders zu erwarten, wurden wir erst einmal herzlich von den Mitarbeitern begrüßt. Sie luden uns auf einen Energy Drink ein und wir durften Platz nehmen. Nach diesem netten Empfang konnten wir uns Stoffmuster und dergleichen anschauen. Mir war völlig klar, dass ich kein Geld mehr ausgeben durfte, da ich ohnehin nicht mehr viel Bargeld übrig hatte. Ich blieb also standhaft. Bei Morti und Sascha sah es jedoch anders aus. Die drei Verkäufer versuchten ihr Glück größtenteils bei Sascha. Das Angebot für einen Zweiteiler wurde immer besser und besser und als er für den Anzug schon unter die Hälfte des Grundpreises ging, kaufte Sascha dann irgendwann doch aus Mitleid den Anzug ab. Er könne sich den Anzug dann bereits am Folgetag in der Schneiderei abholen, was er dann auch tat. Auch Morten konnte der Kauflust nicht trotzen und nahm einen roten Kimono für seine Freundin sowie eine weitere Krawatte und einen Gürtel für sich mit. Da ich als einziger nichts gekauft hatte, spendierte mir einer der Schneider eine weiße Krawatte die mir ins Auge stach. Es war ein Geschenk an mich, weil ja heute Sonntag sei und ich nicht als einziger leer ausgehen sollte. Ich bekam eine Visitenkarte von dem freundlichen Schneider und sollte Sie im Austausch für die kleine Geste die er mir machte, doch bitte in meinem Freundschaftskreis herum zeigen und seine Schneiderei empfehlen, was ich hiermit auch gerne machen möchte.
Der Night Market, auch Patpong genannt ist ein riesige, überdachte Halle mit allmöglichen Ramschläden die nur abends öffneten. Auch Karussells, eine kostenlose Eisenbahn die ein paar 100 Meter eine Straße hin und her fuhr und ein großes Riesenrad durften natürlich nicht fehlen. Auch eine Schiffsrundfahrt konnte man von Patpong aus buchen, zu der wir leider nicht mehr kamen. Am späten Abend sind wir richtig schick Essen gegangen in einem edlen Shabu Shabu Restaurant. Dort gab es natürlich nichts anderes für uns als Shabu Shabu. Shabu Shabu ist ein japanisches Feuertopf-Gericht. Es handelt sich dabei um ein Brühfondue, welches dem Gast an seinem Platz, an einer Feuerstelle serviert wird. Shabu Shabu an sich ist, in feine Scheiben geschnittenes Fleisch und Gemüse, welches dann vom Gast selbst in dem Brühfondue gegart wird.
Eine tolle Erfahrung später, gingen wir zurück an den Fluss, wo die Bootsanleger waren und mussten feststellen, dass nun schon wieder ein weiterer Tag unseres Urlaubs vorbei war und wir schon bald auf Heimreise gehen würden.

Absolute Siam - 12.08.
0000: Ein gigantischer Regenschauer fiel plötzlich auf Bangkok nieder und wir waren noch immer am Night Market. Wir beschlossen, mit einem Taxi zurück ins Hotel zu fahren. Die Geschäfte machten nun sowieso dicht und gesehen hatten wir im Grunde auch schon alles. Zuhause angekommen ging es dann auch gleich ins Bett.
1100: Nach einem günstigen Frühstück bei Subways (Sub des Tages für umgerechnet 1,20€) welches wir uns genehmigten, wollten wir noch einmal in Richtung Innenstadt reisen und eine kleine Besichtigungstour starten. Heute war der letzte, richtige Tag für uns in Thailand, bevor es am Folgetag wieder nach Hause ging, deswegen wollten wir noch mal ordentlich was zu Gesicht bekommen, hatten wir uns vorgenommen. Wir versuchten unser Glück mit dem Bus von Bangkok. Schnell fanden wir eine Bushaltestelle an der, im Minutentakt, Busse vorbei fuhren. Leider hing nirgends eine Auskunft wo die Busse denn genau hin fahren würden. Mich klärte ein freundlicher, alter Mann auf, mit welchen Linien wir am besten Richtung Bangkok-Mitte kommen könnten. Auch als wir nach gut einer Dreiviertel Stunde endlich in einem Bus waren, der uns als der Richtige erschien, wurden wir noch mal aufs Neue von einer freundlichen Busmitarbeiterin darauf hin gewiesen, wann wir hätten aussteigen müssen. Sascha, Morti und ich stiegen am Siam Center, welches fast direkt neben MBK lag, aus. Das Siam Center ist das älteste Einkaufszentrum von Bangkok was sich über sechs Stockwerke erstreckt und fast genauso groß ist wie MBK. Allerdings ist der Siam Komplex sehr viel mehr künstlerisch angehaucht. An jeder Ecke gab es etwas Neues zum Schmunzeln. Von Wachsfiguren von Madame Tussauds, über Statuen aus verschiedensten Materialien  und abstrakten Formen bis hin zu Automobilausstellungen und einem Boxring für Kinder und Erwachsene.
Es gab hier wirklich alles um sich mindestens einen vollen Tag die Zeit herrlich zu versüßen. Auch die Einkaufsmöglichkeiten waren hier nahezu endlos, jedoch lag der Unterschied zu MBK hier ganz klar beim Preis. Teure Modeboutiquen, eine nach der anderen, und ein total edles Steak House auf dem obersten Stockwerk vom Siam Center, welches nur durch eine verdunkelte Rolltreppe zugänglich war. Besonders gut hat uns ein kleiner Vintage-Fotoladen gefallen wo man tolle, alte Retro-Kameras erwerben durfte. Man konnte hier nahezu alles kaufen was mit Lomo,- Astrografie oder skurril-wirkenden Kameras zu tun hatte. Morti fand gefallen an einer Kamera mit ovalförmiger Linse, mit der man einen Ultra-Ultra-Weitwinkel-Effekt erzielen konnte und Sascha liebäugelte mit der Idee ein Lomografie-Set von Diana zu kaufen, entschied sich jedoch letzten Endes dagegen. Wir verbrachten fast den ganzen Tag im Center. Als wir Hunger bekommen hatten, ließen wir es uns an einen der Stände gut gehen, die mit Ihrer ausgewogenen Vielfalt glänzten.
Es war jede Minute aufs Neue eine grandiose Zeit, die wir im Center zusammen verbringen konnten.


Als es schon fast zu Dämmern anfing und wir uns "fast" noch eine Wassershow im Untergrund des Siam Centers angesehen hatten, sind wir dafür dann doch noch ein wenig durch die schöne Metropole Bangkok gelaufen und gönnten uns Eiscreme und Backwaren. Später am Abend sind wir zusammen zum Schneider gefahren, damit Sascha sich vermessen lassen konnte. Den Anzug konnte sich Sascha dann am Folgetag in der Schneiderei abholen.
2130: Am späteren Verlauf des Abends gingen wir in ein indisches Restaurant auf der Khaosan Road. Nachdem wir ausreichend gestärkt waren, genossen wir noch das Feuerwerk und die Lichterspiele über Bangkok, dass an dem Tag zu Ehren der Königin statt fand. Diese hatte nämlich an dem Tag Geburtstag. Damit endete auch schon der letzte, unserer Abende in Thailand. Ein schöner ist's geworden!

Verabschiedung von einem wunderbaren Land - 13.08.
Die Musik ballerte die ganze Nacht durch. Unsere Hotelwahl in der Khaosan Road war sicherlich nicht die beste Idee, die wir drei auf unserer vierwöchigen Tour durch Thailand hatten, dennoch konnte ich verhältnismässig gut schlafen, in unserem kleinen Hotelzimmer. Jetzt war der Moment des Abschieds gekommen. Sascha hatte wie auf dem Hinflug auch, einen anderen Flug gebucht, der erst sehr viel später los ging. Morti und ich verabschiedeten uns herzlich von Sascha und wünschten Ihm viel Glück für seine Heimkehr. Wie er zu einem späteren Zeitpunkt in Deutschland bei einer kleinen Wiedervereinigungsfeier bei mir berichtete, verlief der Heimflug für ihn so entspannt wie schon sein Hinflug. Da es noch recht früh am morgen war, legte Sascha sich wieder zurück auf seine Isomatte und Morti und ich machten uns, nachdem wir unsere Rucksäcke zu Ende gepackt hatten auf zu Subways um dort noch einmal, wie am Vortag auch, so richtig günstig zu frühstücken. Gesättigt und bis dato noch voll in unserem Zeitplan, gingen wir abermals zu einer Bushaltestelle um mit dem Bus zur Haltestelle Phaya Thai zu fahren. Der Bus benötigte für die Strecke eine gute halbe Stunde. Viel länger als wir es eingeplant hatten. So langsam wurden wir nervös. Morten und ich hatten den permanenten Stau einfach nicht mit einkalkuliert. Endlich bei der Haltestelle Phaya Thai angekommen marschierten wir geradewegs die Stufen in Richtung Sky Train hinauf. Gott sei es gedankt, fuhr dieser auch schon in ein paar Minuten ab. Erleichterung machte sich auf unseren Gesichtern breit. Dennoch waren wir etwa eine dreiviertel Stunde später am Sky Train als es eigentlich geplant war. Wir stiegen schweißgebadet in den klimatisierten Zug ein und fuhren auf direkten Wege zum Suvarnabhumi Airport. Im Flughafen angekommen rannten wir direkt zum Departure-Board und durften erst einmal einen Freudensprung machen. "Flight to Istanbul delayed"! Jetzt hatten wir gute 40 Minuten Zeit um uns frisch zu machen und unsere letzten Bahts, die wir in den Taschen hatten, zu verprassen. Beim Check Inn hatte ich 9,2 Kg an Gepäck. 0,6 Kg weniger als auf dem Hinflug. Genial.
Dann ging es für uns auch schon ins Flugzeug nach Istanbul. Wir verabschiedeten das Land des Lächelns. Auf einem Auge glücklich, endlich wieder daheim zu sein und auf dem anderen natürlich auch traurig, weil wir hier wirklich einen der schönsten Monate unseres Lebens verbringen durften. Gerne hätten wir noch mehr gesehen. Gerade im Norden Thailands gab es noch so viel zu entdecken, wofür wir drei einfach nicht genügend Zeit gehabt hatten. Vielleicht holen wir dies ja auch in ein paar Jahren nach. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, in meinem Leben, noch einmal nach Thailand zu reisen. Der Flug mit Turkish Airlines verlief wie immer reibungslos und sehr entspannt.
Das Essen war mal wieder hervorragend. Ich habe selten überhaupt so gut gegessen. Und das aus noch von einer Boardküche, aus Plastikschälchen! Nach dem köstlichen Mittagessen konnte ich mich wieder meinen Buch zu widmen, was ich mir in Thailand gekauft hatte. Außerdem fand ich noch die Zeit, einen tollen Film über das Boardprogramm zu schauen. Abends in Istanbul mit dem Flieger angekommen, haben wir eine geschlagene Stunde damit verbracht, durch die Passport Control zu kommen. Es waren lediglich vier von über zehn Schalter geöffnet. Nach den Kontrollstationen im Flughafen nahmen wir uns die Zeit mit der Metro in die Innenstadt zu fahren. Man merkte sofort, wie hier zwei Kulturen auf einander prallten. In Thailand hat man den Körperkontakt möglichst gemieden und in Istanbul wurde er hier regelrecht gesucht. Klopfer auf den Rücken oder das gute alte Hände schütteln stand hier ganz groß auf dem Programm. Im Flughafen traf es uns sogar etwas härter. Morti wurde von einem kleinen Jungen in der Passport Control mehrfach geschubst, weil es ihm nicht schnell genug ging und an mir klebte permanent ein Typ am Rücken, für den es wohl auch keinen Höflichkeitsabstand zu geben schien. Schon nach einer viertel Stunde Fahrt waren wir in der Stadtmitte. Die Stadt war festlich beleuchtet und glänzte in tausend Farben.


Die Gassen von Istanbul glitzerten in den Lichtern der Nacht und beeindruckten mit dem urigen Charme einer Altstadt.







Morten und ich beschlossen allererst einen Kaffee trinken zu gehen. Wir fanden ein herrliches, kleines Café mitten auf einem prunkvollem Marktplatz.
Nach einem Spaziergang durch die, nahezu schon fast, mittelalterlich-wirkenden Wege Istanbuls blieben wir an einem leeren Restaurant stehen um einmal einen Kebab zu kosten. Denn einmal in der türkischen Republik, musste man sich natürlich auch einen originalen Kebab genehmigen, soviel stand fest. Nach dem ersten Bissen in das Kebabfleisch erschreckten wir. Wir hatten wohl an diesem Tag das goldene Los gezogen und bekamen Pferdefleisch statt Kalb serviert. Wir lachten herzlich über unsere Situation, doch so richtig schmecken wollte es einfach nicht. Ich kannte den würzigen Geschmack, der ein wenig an ungewürztes Rindfleisch erinnert, bereits, da ich, als ich noch jünger war einmal eine Pferdebockwurst gegessen hatte. Nun ja, Morti hat es leider nicht übers Herz gebracht und wirklich aufgegessen und ich habe mich auch eher an dem beiliegendem Brot satt gegessen, als an dem Fleischteller. Eine deftige Erfahrung später sind wir noch ein wenig durch die Nacht vom schönen Istanbul geschlendert. Wir waren am Meer und ich habe zum letzten mal meine 30-tägige Bring Sally up and down Challenge absolviert.

In der Nacht, als wir wieder zum Flughafen wollten, mussten wir feststellen, dass keine Metro mehr gefahren ist. Wir mussten also leider auf ein teures Taxi zurück greifen.


Zurück in Deutschland - 14.08.
Nach einer langen und schlaflosen Nacht auf einer Bank im Flughafen Istanbuls ging es am Morgen endlich zurück ins Heimatland. Auch dieser Flug verlief am Ende problemlos und als wir in Hannovers Flughafen zur Landung ansetzten, ertönte auch schon die erste deutsche Stimme. Nämlich die des Kapitäns. Es war ungewohnt eine andere deutsche Stimme, als die unsere, nach so langer Zeit, zu hören. Wir nahmen unser Handgepäck und verließen schnellen Schrittes das Flugzeug. Nachdem wir auch die Passkontrolle gemeistert hatten und unsere Rucksäcke am Fließband abgeholt hatten, schritten wir durch den Haupteingang des Flughafens. Erster Gedanke: "Man, ist das kalt"! Gerade einmal 11°C war hier zu dem Zeitpunkt die aktuelle Temperatur und ich hatte kurze Hosen und Tank Top an. Na dann Prost. Es gab während des Fluges nach Deutschland leider nichts richtiges zu Essen, aber wir hielten tapfer durch und am Hauptbahnhof in Hannover angekommen genehmigten Morti und ich uns erst einmal lecker Mettbrötchen.

Zum Schluss sei noch gesagt,...
dass ich sicherlich, in den meisten Fällen sehr positiv über unseren Monat in Thailand im ersten, sowie auch nun im zweiten Blogeintrag geschrieben habe, doch natürlich hat Thailand auch seine Schattenseiten. Der Teils viele Müll auf den Straßen und die vergleichsweise sehr wenigen Mülleimer. Gerade in Bangkok ist der Müll neben den manchmal sehr merkwürdigen Gerüchen die in der Luft stehen, ein großes Problem. Aber auch die nervigen Händler, die einen 24 Stunden am Tag versuchen etwas an den Mann zu bringen, können einen schon mal echt die Nerven kosten. Natürlich noch das wirklich tropisch-feuchte Klima das einen körperlich, schon mal sehr zu schaffen machen kann und die Mücken- und Moskitoschwärme die einen fleißig in der Abendsonne, die Beine und Arme zerstechen. Es gibt sicherlich noch so manches mehr, was das Land negativ auszeichnet, dennoch ist Thailand ein großartiges Land, in dem ich sicherlich jedes Jahr aufs Neue Urlaub machen könnte und immer wieder etwas neues zu schätzen lernen würde. Alleine schon der Gastfreundschaft halber, ist dieses Land sicherlich, eines der schönsten auf diesem Planeten. Wenn man also über diese, in meinen Augen, Kleinigkeiten, hinweg sehen kann, steht dort ein schöner Urlaub für jedermann nichts mehr im Wege.

Allen Lesern meines Blogs ein großen Dankeschön, dass ihr so lange durch gehalten habt. Einen besonderen Dank möchte ich natürlich an Morten und Sascha aussprechen, die mich so energiegeladen begleitet haben.

- Dominic

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