Sonntag, 26. Januar 2014

Frankreich 2013

Im September haben Rino und ich uns aufgemacht um nach Frankreich zu reisen. Das sollte natürlich keine normale Sightseeing Tour werden. Wir haben uns vorgenommen in den fünf Tagen, die wir für Frankreich eingeplant hatten, hart und beständig, möglichst jeden Tag zu trainieren. Wir wollten die Old School Spots von Évry und Lisses entdecken und vielleicht sogar auch mit anderen Traceuren vor Ort zusammen trainieren.

Nach einer eher dürftigen Planungszeit von nur ein paar Tagen, fand ich im Internet ein Fernbusunternehmen von Eurolines, mit dem wir anscheinend recht günstig von Hannover direkt nach Paris kommen könnten. Ich reservierte uns, zwei Tage vor Abreise ein paar Plätze für eine Nachtfahrt und dann stand dem Start auch schon nichts mehr in Wege.

Am 05.09. ging es dann los. Am späten Abend gingen Rino und ich mit unserem Reisegepäck, was wir uns für den kleinen Trip noch schnell zusammen gesucht hatten, gemeinsam zum Busbahnhof von Hannover. Um 22:30 Uhr sollte der Bus ankommen, mit dem wir auf direkten Weg über die Nacht hinweg, nach Paris fahren sollten.

Wir warteten und warteten doch es kam einfach kein Bus. Die Informationsschalter am Bahnhof hatten bereits alle geschlossen und eine Servicenummer wurde nirgendwo ausgeschrieben.

Nach einer sehr langen Wartezeit, wir wollten schon fast wieder nach Hause gehen, kam dann endlich der Reisebus an. Der Bus kam aus Berlin und hatte über eine Stunde Verspätung. Er war auch ohne uns schon fast, bis auf den letzten Platz, voll mit Passagieren. Ich stellte mich mental schon mal auf eine lange Nacht ein.

Nachdem Rino und ich weit abseits von einander noch ein paar, freie Plätze gefunden hatten, ging die Fahrt endlich los.

Die Stimmung im Bus war merkwürdig angespannt und die Menschen sehr ungeduldig. Aus allen Ecken konnte man Gespräche über Alltagssorgen und Wunschträume vernehmen. Mir schlug die Zeit im Bus schon nach wenigen Minuten enorm aufs Gemüt und ich wollte am liebsten aus dem Fenster springen.

Nach einer Stunde Fahrt, machten wir den ersten Halt. Ich staunte nicht schlecht, als ich ein Ortsschild vor der A2 zu Gesicht bekam. "Sie verlassen nun Garbsen". Ich habe jetzt beinahe die Krise bekommen und musste mich, auf die Tatsache, dass wir nach einer Stunde, erst ein paar Kilometer Fahrt geschafft hatten, mit einem kleinen Spaziergang durch die Nacht ablenken.

Ich habe es im Gegensatz zu Rino geschafft, irgendwie einzuschlafen und bekam von der restlichen Nacht glücklicherweise nichts mehr mit.

Es schien nach all den bisherigen Erlebnissen im Bus unglaublich, doch wir sind pünktlich, morgens in Paris angekommen. 

Ein wenig gerädert von der Fahrt machten wir uns auf, zu einem Informationsschalter. Schnell mussten wir feststellen, dass fast keiner der anwesenden Mitarbeiter von der Metro ausreichende Englischkentnisse hatte, doch letzten Endes konnten wir doch jemanden finden, der uns weiter helfen konnte.

Nachdem wir, nach über einer Stunde, dass Schienennetz der Metro begriffen hatten und wir endlich beim Regio Zug angelangt sind, tat sich auch schon das nächste Problem auf. Das Regio Schienensystem schien noch um einiges komplexer zu sein, als dass der Metro Bahn.

Dennoch haben wir irgendwie den richtigen Zug erwischt und waren dann auch schon, nach einer guten halben Stunde Fahrt in der Vorstadt Evry Courcouronnes angelangt.

Wir versuchten unser Glück als Erstes beim, bei den Traceuren allseits beliebten, Hotel F1. Glücklicherweise schien, zu dem Zeitpunkt, nicht sehr viel im Hotel los gewesen zu sein und wir bekamen ruck zuck ein günstiges, kleines Doppelzimmer von einer freundlichen Hoteldame.

Um die Türen zu den Zimmer zu öffnen, benötigte man im Hotel F1 einen Schlüsselcode. Wir hatten natürlich das Pech und haben ein Zimmer mit einer defekten Tür bekommen und mussten nun beinahe jedes Mal, wenn wir ins Hotelzimmer zurück wollten, zuerst einmal vorne an der Rezeption nachfragen, damit uns jemand die Tür aufmachte.

Das Zimmer war wirklich sehr spartanisch ausgestattet und hatte lediglich Platz für die zwei Betten, ein Waschbecken und eine kleine Garderobe für unsere Jacken.

Nachdem Rino und ich uns im Zimmer eingerichtet hatten, ging es zurück in die Innenstadt von Évry um ein paar Nahrungsmittel zu kaufen. Wir mussten eine geschlagene Stunde suchen, bis wir endlich einen Laden in einem Einkaufszentrum namens Carrefour gefunden hatten. Es gab anscheinend nur diesen einen Laden in ganz Évry um Speisen und Getränke zu kaufen. Und dieser wurde streng von Sicherheitspersonal bewacht!

Um in das Geschäft herein zu kommen wurden unsere Rucksäcke mit Plastikbindern von der Security abgeschlossen. Diebstahlsicher, wie wir jetzt waren durften wir endlich einkaufen gehen.

Obst, Gemüse und Fleisch war hier, je nach Sorte, gut um das doppelte bis sogar dreifache teurer, als es in Deutschland der Fall war. Dafür gab es Süßigkeiten und Fast Food im Überfluss. Die Verpackung waren obendrein auch noch immens viel größer als in Deutschland. Kilo Rationen Kinderschokolade. Milchbrötchen in 30er Packungen und noch vieles, vieles mehr. Es schien, als würde man hier geradezu gezwungen werden, ungesund zu Leben.

Als wir unseren Einkauf getätigt hatten, ging es dann auch schon wieder zurück ins Hotel und dort angekommen auch schon gleich ins Bett.

Nach unglaublichen 12 Stunden Schlaf sind Rino und ich, um 8 Uhr in der Früh aufgestanden.

Nachdem wir mit ein paar Cornflakes gefrühstückt hatten, schnappten wir uns unsere Rucksäcke und gingen endlich raus zum trainieren. Deswegen waren wir ja auch schließlich hier.

Es war noch immer etwas nass, vom Vortag, doch war das Klima an sich sehr angenehm und erfrischend.

Natürlich hat uns unser erster Weg zur Dame du Lac geführt! Die Augen wurden immer größer als wir uns der Dame immer mehr näherten. Von weiter weg, sah Sie wirklich recht klein und unspektakulär aus, doch als man dann doch endlich live davor stand, war sie einfach nur ehrfürchtig, beinahe schon, in meinen Augen, angsteinflössend.



Wir wärmten uns auf und dann konnte das Training beginnen. Ich hatte mir schon zu Hause mehrere Challenges überlegt, die ich auf jeden Fall an der Dame du Lac durchziehen wollte. Als da wären zum Beispiel natürlich überhaupt erst mal auf das gute Gebilde drauf zu kommen. Zuerst von links, dann von rechts und letztlich durch das Loch in der Mitte. Das Loch in der Mitte war mir etwas zu riskant, da es schon einiges an Klettererfahrung Bedarf um dort hoch zu kraxeln. Diese Klettererfahrung hatte ich noch nicht, wie es mir schien. Aber auch ein paar Präzis hatte ich mir vor der Reise vorgenommen. Sprung von der ersten und zweiten, schrägen Plattform auf die erste Ebene, den Schornsteinsprung oder den legendären Tic Tac weiter unten an der Dame.








Wir hatten wirklich eine schöne Zeit, doch irgendwann musste es auch letztlich wieder zurück zum Hotel gehen. Wir wollten nämlich noch unbedingt in die Stadt um noch einmal ein paar Kleinigkeiten einzukaufen, die wir am Vortag vergessen hatten.


Als wir aus der Stadt wieder zurück beim Hotel waren, wurde es auch schon dunkel und wir machten uns bettfertig, um am Folgetag noch einmal möglichst früh los zu tigern.

Nach wieder einmal 12 Stunden Schlaf (Rino und ich wussten wirklich nicht was mit uns los war) spartanisch mit, wer hätte es gedacht, Cornflakes gefrühstückt und zur Dame du Lac gejoggt.

Der heutige Tag, sollte ein ganz besonderer werden. Inspiriert durch die Animal Walk Challenge, die Luke, Steffen und Fabi bei ihrer Frankreich Reise, an der Dame du Lac vollbrachten, wollten wir es Ihnen so gut es ginge, nacheifern.

Ziel war es nun also einmal um den See, der die Dame du Lac umgab, im Animal Walk, zu umqueren. Das Wetter war mal wieder perfekt. Das Gras nun komplett trocken und das Klima wunderbar kühlend. Ideale Bedingungen also für die Challenge.

Die ersten zehn Minuten auf allen Vieren verliefen wunderbar. Mit gutem Tempo kamen wir Schritt für Schritt voran. Doch schon nach gut einem Viertel der Strecke, die wir bis dato zurückgelegt hatten, fing so langsam an sich die Muskulatur im gesamten Körper zu versteifen und ab dem Zeitpunkt ging es nur noch schleppend voran. Doch wir hielten weiterhin tapfer durch.

Auf gut der Hälfte der Strecke wurde ich von einer aggressiven Wespe zwei mal in den Mundwinkel und einmal in den Oberkörper gebissen. Mein Mund brennte wie Feuer und ich musste kurz pausieren.

Nachdem ich mir ein paar Minuten Pause genommen hatte, versuchte ich so gut es ging, Rino aufzuholen, der seinen Weg ohne mich fortgesetzt hatte.

Im letzten Viertel wurde es zu einer wahren Tortur. Mittlerweile hatte ich mir ein paar meiner Zehen aufgerissen, als ich über einen Kiesbett lief.

Nach guten eineinhalb Stunden kam ich endlich wieder an der Dame du Lac an. Rino hat dort bereits auf mich gewartet.

Ich fühlte mich von Kopf bis Fuß wie matsch. Mein Oberkörper zitterte und meine Füße brannten.

Wir nahmen uns noch kurz die Zeit um zu entspannen, aber dann ging es auch schon wieder zum Hotel F1 zurück.

Später am Tag sind wir noch auf Erkundungstour, in den Ort Corbeil-Essonnes, zu Mc Donalds gegangen, da wir unbedingt etwas warmes in den Bauch bekommen wollten. Ausser ein paar Fastfood Buden in der Stadt, hatten wir leider nichts gefunden, wo wir hätten anderweitig essen können.

Wir aßen ein paar Cheeseburger sowie versalzene Pommes zu unverschämten Preisen. (Cheeseburger, 1,95€) Aber absolut geflashed hat uns die Tatsache, dass man in der Filiale keine eigenen Getränke trinken durfte. Das war einem großen Verbotsschild zu entnehmen.

Zum Abend hin ging es zurück ins Hotel. Dort konnten wir endlich unsere knurrenden Mägen mit den Resten unseres Einkaufs von Carrefour versorgen. Den Abend über haben wir nichts weiter gemacht und sind wieder mal früh schlafen gegangen.

Am Folgetag wurden Rino und ich durch einen strömenden Regenguss geweckt. Als wir aus dem Fenster schauten, war bereits alles klitschnass.

Mich plagte am morgen der Wespenbiss, den ich mir bei der Animal Walk Challenge zugezogen hatte. Meine Unterlippe war noch immer angeschwollen und schmerzte.


Nachdem sich der Regen endlich nach einer guten Stunde des Wartens legte, gingen wir noch einmal nach Corbeil-Essonnes um nach einem Super Markt zu suchen. Auch endlich mal etwas anständiges zu Essen wollten wir uns genehmigen.


Als wir in der Stadt ankamen, fing der Regen plötzlich wieder an, auf uns nieder zu prasseln. Wir stellten uns erst einmal unter das Dach einer Bushaltestelle um nicht all zu nass zu werden.


Während sich der Regen wieder zu beruhigen schien, liefen wir weiter die Hauptstraße des Ortes entlang.

Wir fanden in der gesamten Stadt ganze fünf Lokalitäten. Drei Döner- sowie zwei Burgerläden. Ein Lebensmittelgeschäft gab es anscheinend auch hier nicht.

Die Laune war nun irgendwie auf dem Tiefpunkt angekommen, nachdem wir weit über vier Stunden umsonst, nach eigentlich alltäglichen Dingen gesucht hatten, die man in Deutschland an beinahe jeder Straßenecke findet.

Wir Beiden wollten so schnell es ginge zurückfahren um wenigstens noch ein bisschen vom Tag zu haben. Rino und entschieden uns dafür, den örtlichen Bus zu nehmen.

Vergeblich warteten wir über eine dreiviertel Stunde auf einen Bus, der nie eintreffen sollte.

Es ging also wieder zu Fuß zurück. Auf halben Wege fing es dann auch wieder, wie nicht anders zu erwarten, zu regnen an. Wir stellten uns nochmals in unserer Not unter eine Bushaltestelle, die wir auf dem Weg nach Hause fanden und mussten noch einmal eine halbe Stunde warten, bis wir endlich den finalen Spurt zurück ins Hotel einlegten.



Mittlerweile fing es schon fast zu dämmern an, doch wir wollten unbedingt nochmal trainieren gehen. Für einen Marsch ins Ungewisse hatten wir wirklich keine Zeit mehr, drum entschieden Rino und ich uns dafür, dass wir noch ein wenig unseren Spaß an der Dame du Lac hatten.





Am Folgetag stand dann leider auch schon die Abreise auf dem Plan.

Nachdem wir unsere Sachen gepackt und wir aus dem Hotel F1 ausgecheckt hatten, gingen wir zurück zum Bahnhof von Évry und fuhren zurück in die Innenstadt von Paris.

Es war zu dem Zeitpunkt wohl Rush Hour, denn der Zug war masslos überfüllt mit Menschen. Wir waren froh als wir dann endlich in Paris, am Gare de Lyon, angekommen waren und aus dem Zug aussteigen konnten.

Rino und ich wollten unbedingt als erstes den Eiffelturm erklimmen. Dort waren wir nämlich beide noch nicht drauf. Wir gingen den Weg vom Bahnhof an der Seine entlang, bis wir am Eiffelturm ankamen. Unterwegs lernten wir die kunstvolle Architektur Frankreichs ein bisschen besser kennen.




Am Eiffelturm angekommen mussten wir erst einmal, obwohl es mitten in der Woche war, gut eine halbe Stunde anstehen um uns, an dem Kartenschalter, ein paar Tickets kaufen zu können.


Für jeweils 3,50€ durften wir dann den Treppenaufstieg, auf die Aussichtsplattformen machen.





Wer in Paris Urlaub machen will, sollte einiges an Geld einplanen. Gerade in der City stehen Geschäft an Geschäft, die zum Einkaufen locken wollen. Schnell ist da, bei den horrenden Stadtpreisen, die Brieftasche leer.

Als wir wieder unten waren, genehmigten wir uns ein mickriges Stück Baguette, mit zwei Scheiben Camembert drauf, für je 8€.

Nach noch ein wenig Sightseeing in, und um Paris, sind wir dann geplättet am späten Abend zurück zum Bus Terminal gegangen.

Die Rückfahrt war wesentlich angenehmer als die Hinfahrt. Ich konnte sehr viel besser schlafen, da ich diesmal ein Fensterplatz erwischt hatte. Rino hat die Nacht wiedermal kein Auge zu bekommen und hat die Nacht durch gemacht.

Mitten in der Nacht sind wir Beide dann müde und geschafft, wieder in Hannover angekommen.

Fazit des Ganzen. Mir hat es nicht so gut gefallen, dass es in Évry kaum Einkaufsmöglichkeiten gegeben hat. Auch die Tatsache, dass kaum jemand englisch bzw. deutsch sprechen konnte, machte das reisen sehr viel komplizierter.

Mit dem Hotel waren wir auch nicht so richtig zufrieden, doch das ist reine Ansichtssache. Im Hotel F1 kann man leider kein "richtiges" Frühstück zu den Zimmern dazu buchen, was wirklich bedauerlich ist, wenn man sich so weit entfernt vom Schuss befindet.

Außerdem kann ich niemanden empfehlen, mit einem Reisebus, eine so lange Strecke zu fahren. Entweder sollte man sich um einen günstigen Flieger bemühen oder mit der Bahn fahren. Beide Methoden sind mit Sicherheit stressfreier als unsere Busfahrt mit Eurolines.

DENNOCH hat sich der Trip sehr gelohnt. Wir konnten eine Menge Erfahrung aus unserem kleinen Ausflug mitnehmen. Gerade die Zeit an und um der Dame du Lac hat uns vieles gezeigt, woran wir trainingstechnisch noch arbeiten können. Schade, das wir es, wettertechnischen nicht mehr geschafft hatten, die Schule zu besuchen. Doch dafür haben wir andere Sachen gesehen, die vielleicht noch etwas unentdeckter gewesen waren.

Auf jeden Fall würde ich mich über eine weitere Reise nach Frankreich, mit besserem Wetterbedingungen und vielleicht ein paar mehr Leuten zukünftig sehr freuen.

- Dome

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