Mittwoch, 13. Januar 2016

Mein erste Heilfastenkur (MASTER CLEANSE)

Der Zeitraum um Weihnachten herum war, wie vermutlich für fast alle von uns, die Zeit im Jahr, wo man sich einfach mal gehen lassen hat. So zumindest für mich.

Schokolade, Plätzchen, Kuchen, Knödel und so weiter und so weiter. Fett- und kohlenhydratiges Essen also. So kann ich mein Dezember 2015 deklarieren.

In solch einer Phase macht der Körper einiges mit. Um ein paar Beispiel zu nennen: Anhaltende Müdigkeit. Magenkrämpfe bis hin zu tiefsitzenden Geschwüren. Mangelerscheinung von Mikronährstoffen. Zu hoher Insulinausstoß der Bauchspeicheldrüse. Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels. Und natürlich die allgemein- ohnehin bekannten, oberflächlichen Probleme wie Gewichtszunahme, Akne oder Zahnschmerzen. Die Liste könnte man sicherlich noch über mehrere DIN-A4 Seiten erweitern, aber das soll hier ja auch gar nicht das Thema werden.

Ich entschloss mich eine Heilfastenkur zu machen, nachdem ich ein Video von dem Youtuber "Fortress" gesehen hatte. Nach 10 tägiger Master Cleanse Kur hat sich seine mentale Einstellung sowie körperliche Konstitution folglich verbessert. Dies resultierte, aus seiner Sicht, durch die entschlackende Wirkung der Kur.

Vor allem aber der Aspekt des Entgiften meines Körpers hat mir sehr gut gefallen. "Den Körper zurück auf Null stellen" - so heißt es. Es lag von da an also nur Nahe, dass ich dies auch ausprobieren musste.

Neujahr war es dann also soweit. Ich stöberte durch ein paar Seiten im Internet um mich mit den Vor- und Nachteilen der Master Cleanse Kur auseinander zu setzen. Die Vorteile überwiegten ganz klar für mich. Sollte mir mein Körper Probleme bereiten, könnte ich ja jederzeit abbrechen.

Die Vorteile der Kur bieten:

•  Die Entgiftung des Körpers
•  Entlastung und Regenerierung der Verdauungsorgane, speziell der Darmwände
•  Schneller Gewichtsverlust
•  Das Überdenken bisheriger Ernährungsgewohnheiten in der Fastenzeit

Die Nachteile der Kur sind:

•  Der Körper wird auf Notversorgung umgestellt
•  Auftreten eventueller Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen in der Kur
•  Das Salzwasser kann zur Schädigung der Darmflora führen
•  Angegriffener Zahnschmelz durch die zu trinkende Limonade
•  Viele Verbote erfordern viel Disziplin

Wichtig: Ein Vor- oder Nachteil, der von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, ist sicherlich die drastische Gewichtsabnahme von bis zu 10Kg. (nach Angaben von Recherchen) In jedem Fall reicht die Dauer von 10 Tagen nicht aus um tatsächlich, nennenswerte Fettdepots schmelzen zu lassen.

Bereits vor dem Start der zehntägigen Fastenperiode, heißt es mindestens zwei Tage vorher seine Ernährung auf Suppen und Rohkost umzustellen. Kohlenhydratige Produkte sollten von dem Zeitpunkt an ganz gemieden werden. Zur Intensivierung des Entgiftungsprogramms sollte man am Abend vor dem Start einen abführenden Kräutertee trinken.

Der originale Aufbau des Diätplans ist merkbar simpel!

Die Zutatenliste für ein Glas der Limonade lautet wie folgt:

- 250 ml heißes Wasser
- 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
- 2 EL Ahornsirup (Grad B bevorzugt)
- 1 Prise Cayennepfeffer

(Man sollte pro Tag mindestens 6, aber höchstens 12 Gläser der Limonade zu sich nehmen).

Ich habe mir alles etwas leichter gemacht und morgens vor der Arbeit, alle Zutaten für den Tag in einen großen Kanister zusammen gemixt. Dies verschlechtert zwar die Wirkung des Vitamin C auf Hinblick des gesamten Tages, spart einem allerdings sehr viel Zeit.

Meine Zutatenliste für den ganzen Tag lautet wie folgt:

- 2 L kaltes oder warmes Mineral- oder Leitungswasser
- Der gesiebte Saft aus vier großen Zitronen
- 250 ml Ahornsirup
- 1 TL Cayennepfeffer

Zudem wird jeden Morgen ein Liter lauwarmes Leitungswasser, beigefügt mit 1,5 TL Meersalz, zu sich genommen. Abends vor dem Schlafen gehen wird dann bei Bedarf, ein abführender Kräutertee getrunken.

Die Zusätze der Limonade bieten folgende Effekte:
  • Der Zitronensaft fördert die Entschlackung und ist im Körper als Antioxidans unterwegs. Der Vitamin-C-Gehalt der Zitrone aktiviert außerdem den Entgiftungsprozess unserer Leber und leitet hervorragend Schwermetalle aus dem Körper heraus.
  • Der Ahornsirup ist ein hervorragender Energielieferant. Er bietet die richtige Mischung aus positiven und negativen Zucker. Der Dicksaft schützt die Magenschleimhäute und versorgt den Organismus mit Mineralstoffen.
  • Das Capsaicin im Chayennepfeffer kurbelt die Durchblutung an, löst Muskelverspannungen und fördert den Kreislauf. Es regt Fettzellen zur Freisetzung von Fetten an und fördert das Abnehmen. Außerdem versorgt uns das Pulver mit vielen Vitamine der Gruppe -B und -C.





Mein kleines Master Cleanse-Tagebuch


01. - 02.01.2016: Nach einer sehr ungesunden und langen Sylvesternacht, in dem Raclette und Marshmallow geröstet wurden, ermutigte ich mich am nächsten Morgen und fing sofort an meine Ernährung auf den Kopf zu stellen. Über die nächsten zwei Tage verzichtete ich vollkommen auf kohlenhydratiges Essen und Süßkrams und aß ausschließlich rohes Gemüse und Suppen. Ich fühlte mich mehr als bereit, für meine 10 tägige Fastenkur.

03.01.2016: Es geht endlich los! Früh aufgestanden und voller Elan meine Limonade zubereitet. Anschließend extreme Probleme gehabt den Liter Salzwasser runter zu bekommen. Zwei mal musste ich leicht würgen, bis ich dann endlich den Boden der Flasche sehen konnte. Über den Tag hatte ich keine Probleme, außer das mein Gaumen von dem Chilipulver brannte. Morgen auf jeden Fall weniger von dem Zeug. Die Limo sättigt allerdings sehr gut. Am Ende des Tages auf den Abführtee verzichtet.

04.01.2016: Diesmal keine Probleme gehabt mit dem Salzwasser. Man darf es lediglich nicht mit den zuständigen Rezeptoren auf der Zunge in Berührung bringen, dann kann man das Wasser wunderbar den Hals runter gleiten lassen. Erster Heißhunger auf feste Nahrung stellt sich nun mehrmals am Tag ein, aber das kann ich ganz gut ausschalten indem ich die Limonade trinke. Zwei mal Zähne putzen am Tag reicht anscheinend nicht mehr. Die Limonade hinterlässt einen ekligen Flaum im Mund. Abends meinen ersten abführenden Tee getrunken. "...Nicht das es nicht läuft"!

05.01.2016: Mit ziemlich leeren Magen aufgewacht und erst einmal mit nem Liter Salzwasser die Binde benetzt. Jetzt habe ich gar keine Probleme mehr mit dem Salz. Daraufhin die Limo hergestellt und "gefrühstückt". Langsam tun mir die Handgelenke weh vom vielen Zitronen auspressen aber das soll nicht weiter stören. Über den Tag hinweg hatte ich gar keine Entzugserscheinungen von Essen mehr. Wollte eigentlich schwimmen gehen, bin ich aber zeitlich nicht zu gekommen.

06.01.2016: Mittlerweile hat sich mein Körper anscheinend daran gewöhnt nichts mehr zu essen. Ich fühle mich rein körperlich etwas schwach aber sonst immer noch sehr energiegeladen. Auf meiner Zunge bildet sich jetzt immer ein weißlicher Belag von der Limo. Ich werde morgen mal versuchen nach jedem Glas Limonade, dass ich zu mir nehme, meinen Mund mit klarem Wasser auszuspülen. Auch meine Zähne fühlen sich nach dreimaligen Zähneputzen heute immer noch nicht sehr sauber an. Heute habe ich den abführenden Tee weg gelassen und gehe ohne ins Bett.

07.01.2016: Halbzeit! Weiterhin keine besonderen Vorkommnisse. Mir kommt es nur so vor als ob ich immer weniger Hunger habe. Mal die Tage weiter beobachten. Auf jeden Fall mache ich die zwei Liter am Tag leer. Das habe ich mir vorgenommen. Ich fühlte mich auch heute wirklich wieder energiegeladen. War heute gut zwanzig Stunden auf den Beinen, davon zwei gesessen und fühle mich als ob ich nochmal zwanzig Weitere wach bleiben könnte. Den Abführtee lasse ich wieder weg.


08. - 11.01.2016: Ich habe mich dazu entschlossen nicht mehr jeden Tag hier rein zu schreiben, da es die letzten vier Tage nichts Spannendes bei mir gab. Heißhunger auf etwas habe ich gar nicht mehr verspürt in letzter Zeit. Die knapp 2,5 Liter Limonade jeden Tag zu leeren ist mittlerweile eine echte Qual! Der süße Geschmack ist einfach viel zu intensiv. Bei jedem Glas muss ich mein Gesicht zusammen ziehen. Ich habe mir immer mal wieder Abwechslung geschafft und habe die Limo z.B. mit Strohhalm oder mit Crush- oder Würfeleis getrunken. Vor allem durch das Eis hat man dann ein etwas anderes Geschmackserlebnis. Es kommt einen einfach nicht mehr so exorbitant süß vor! Kann ich also nur empfehlen. Heute am 11. war ich beim Zahnarzt zur Prophylaxe. Er musste auch leicht grinsen, als er meinen hinteren Rachen gesehen hat, der von der süßen Limo schneeweiß gefärbt war. Meine Zähne waren jedoch voll und ganz in Ordnung und haben keine Schäden davon getragen, so meinte der Doktor.


12.01.2016: ENDLICH geschafft. :) Auch der zehnte Tag ging ohne Zwischenfälle rum. Ich trinke gerade meinen letzten abführenden Tee. Den morgigen Tag möchte ich dann aber doch lieber mit einem schönen Glas Orangensaft beenden. Vielleicht werde ich zum Abend hin auch schon eine Brühe trinken. Ich schaue dann mal!







Mein Resümee:

Ich kann nicht wirklich sagen das ich eine Empfehlung für die Master Cleanse Diät aussprechen kann. Die Zeit nehme ich allerdings als positive Erfahrung mit. Ich denke die Kur hat mich vor allem Wertschätzung, im Hinblick auf Verzehr von Lebensmitteln gelehrt. Auch wird Sie mich denke mental dabei unterstützen meinen eigentlich Diätplan konsequent durchzuführen. Was mir das Projekt aber tatsächlich im physischen Sinne gebracht hat, wird sich erst in der kommenden Zeit zeigen, wenn sich meine eigentlichen Essgewohnheiten wieder in mein Leben eingependelt haben. 


Gruß,

Dome

Nachtrag: 13.01.2016: So eben habe ich mein erstes Glas Orangensaft getrunken und es war eine wahre Geschmacksexplosion. :) Dafür haben sich die 10 Tage jetzt wirklich gelohnt!!!